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Seraina

14. April – Glowworm Caves Waitomo und endlich wärmer

Ursprünglich hatten wir den heutigen Tag als Reserve eingeplant, falls das Wetter im Tongariro Nationalpark entgegen der Prognosen doch noch schneller besser werden sollte und der Tongariro Alpine Crossing doch noch möglich wäre. Doch gestern hatten wir die Hoffnung endgültig aufgegeben, gemäss dem Departement of Conservation ist die Wanderung nun nur noch mit Winterausrüstung möglich, im Nationalpark herrschen Minustemperaturen. Als Alternativprogramm besuchen wir nun die Glowworm Caves in Waitomo. Wir haben gleich die erste Tour um 9 Uhr Morgens gebucht, was aber auch wiedereinmal Wecker stellen bedeutet. Es dauert jeweils unglaublich lange, bis wir uns, nach dem Wecker, aus dem Bett gequält, Kaffee getrunken, das Bett verräumt und alles im Camper abfahrbereit gemacht haben. Aber heute schaffen wir es mal (nach dem wir den Wecker auf 6.30 Uhr gestellt haben) ohne Stress zum Startpunkt der Tour. Zuerst gehts zu Fuss in die Höhle, überall wachsen Stalagtiten und Stalagmiten, schön anzusehen. Bereits jetzt sieht man vereinzelt Glühwürmchen an der Decke. In einer tieferen Höhle, in welche man hineinsehen kann, werden durch ein Licht die Fangfäden der Glühwürmchen beleuchtet, welche überall von der Decke hängen, was ein ziemlich spektakuläres Bild abgibt. Weiter gehts dann in einem Boot in einen weiteren Teil der Höhle. Dort ists dunkler, da dieser Teil nicht beleuchtet ist und so kann man die unglaublich vielen Glühwürmchen an der Decke sehen, wie ein Sternenhimmel. Kurz darauf ist die Tour dann auch schon zu Ende. War nicht lange, hat sich aber unserer Ansicht nacht echt gelohnt. Beeindruckend waren auch Bilder beim Ausgang von früheren Touren, den in dieser Höhle werden bereits seit 1889 Touren angeboten. Fotos durften in der Höhle leider keine gemacht werden. Beim Eingang wurden wir vor einem Green Screen fotografiert und nun können wir im Souvenirshop beim Ausgang Fotos von uns vor der Glühwürmchenhöhle in verschiedenen Variationen oder (unser Highlight) neben Schafen vor einem Wasserfall, bewundern. Nun ja, nicht ganz unser Geschmack, schlecht gemacht und definitiv zu teuer. Und so bleibt uns nur ein Foto beim Ausgang der Höhle.

Nach der Höhlenbesichtigung gehts nun weiter zum nächsten Camping. Wieder erwartet uns nur eine kurze Strecke, heute sogar nur ein wenig mehr als eine Stunde und so sind wir bereits am Mittag beim Camping in Raglan, einem Surferort an der Westküste. Nach einem kurzen Zmittag im Camper gehen wir zu Fuss ins Städtchen. Dieses besteht aus vielen kleinen, sehr individuellen Läden und Cafes und einigen Surfershops. Das Flaire im Städtchen ist ganz speziell, nicht mit dem üblichen Touristenkram, alles mit viel Liebe zum Detail.

Bastian gönnt sich sogar noch einen Besuch im Barber Shop, um seinen Bart wiedermal in Form zu bringen. Nachdem es fast den ganzen Vormittag geregnet hatte oder zumindest sehr verhangen war, klart es nun auf und die Sonne drückt langsam durch die Wolken und endlich wirds auch wärmer. Zurück im Camper trennen wir uns deshalb von mehreren Kleiderschichten und machen kurzärmlig und in Flipflops (zumindest ich) einen sehr ausgedehnten Spaziergang am wunderschönen Strand.

Wir geniessen die Sonne und die Wärme und sind froh, uns nach den kalten letzten Tagen endlich wieder einmal richtig aufwärmen zu können.

Seit dem Start unserer Reise in Chur sind nun schon vier Wochen vergangen und wir sind damit bei der Hälfte unserer Reisezeit angelangt. Die Zeit ist wahnsinnig schnell vergangen, aber wenn wir zurückschauen, was wir in den letzten vier Wochen bereits alles erlebt haben, kommt doch einiges zusammen. Wir fühlen uns schon viel entspannter als am Anfang unser Reise, tut sehr gut mal etwas komplett anderes zu sehen. Und wir geniessen es sehr mit dem Camper unterwegs zu sein. Allerdings freuen wir uns auch darauf, wenn wir dann mal wieder ein richtiges Bett haben, welches wir nicht am jeden Abend vor dem Schlafen gehen erst beziehen müssen und wir freuen uns auf hoffentlich wärmere Temperaturen in Französisch Polynesien.

13. April – Von Taupo nach Waitomo

Als wir am Morgen aufwachen scheint tatsächlich wieder die Sonne, allerdings windet es unglaublich fest. Gestern hatten wir mal noch kurz überlegt heute eine Fishingtour auf dem Lake Taupo zu machen, allerdings haben wir dazu nicht gross Lust wenns so stark windet und so kalt ist. Zuerst müssen wir uns heute sowieso wiedermal um den Allgemeinzustand unseres Campervans kümmern. Unser Abwassertank leckt und wir haben deshalb von der Assistance für heute Morgen einen Termin bei einer Garage in Taupo erhalten. Die Garage hatte gestern angerufen und gesagt sie melden sich heute, sobald sie Zeit haben. Uns so vertreiben wir uns die Zeit bis dahin mit Einkaufen und der Suche nach einer Tankstelle, welche unsere Gasflasche nachfüllen kann. Bei der Campervermietung wurde uns gesagt, das Gas reiche für ca. 10 Tage (wir sind nun schon über 3 Wochen damit unterwegs ohne aufzufüllen) und wir sollen die Gasflasche einfach bei jedem Tankstopp auffüllen lassen. Blöd nur, dass die meisten Tankstellen nur Gasflaschen auswechseln und nicht Gasflaschen auffüllen. Und so fahren wir allein in Taupo vier Tankstellen an, bis wir eine finden, welche uns die Gasflasche auffüllt. Aber auch danach hat sich die Garage immer noch nicht bei uns gemeldet und so fragen wir erneut nach. Scheinbar haben wir sie genügend genervt, denn wir können direkt vorbeifahren. Und siehe da, nach nur einer Minute ist das Problem gelöst und wir können unsere heutige Strecke in Angriff nehmen. Uns erwartet nur eine ca. zweistündige Fahrt durch schöne grüne Hügel (Herr der Ringes Auenland kommt langsam näher) nach Waitomo Village, wo wir uns morgen die Glowworm Caves anschauen möchten. Schon kurz nach dem Mittag sind wir beim Camping. So nutzen wir die viele Zeit um das Village (bestehend aus zwei Cafes und einer i-Site) zu erkunden. Im einen der Cafes gönnen wir uns bei ausserordentlich gutem WIFI Tee/Kaffee und Kuchen und geniessen die Wärme eines richtigen Hauses.

Zurück im Camper heizen wir, mit neu gefüllter Gasflasche, ordentlich ein und hoffen, dass es bald wärmer wird.

12. April – Segeln auf dem Lake Taupo

Nach einer erneut sehr kalten Nacht wachen wir am Morgen auf und sehen durch einen kleinen Spalt zwischen den Vorhängen den strahlend blauen Himmel. Auch die Sonne zeigt sich schon. Um uns nach der Nacht aufzuwärmen gönnen wir uns bereits vor dem Kaffee ein Bad in den heissen Pools.

Danach geniessen wir den Kaffee vor dem Camper in der Sonne, zwar mit Jacke, aber immerhin. Wir lassen uns heute Zeit, denn eine weite Strecke haben wir nicht vor uns. Wir fahren nur ca. 45 Minuten bis zum Lake Taupo wo wir für den Nachmittag eine Segelschifffahrt gebucht haben. Wir sind schon früh am Hafen und mschen uns noch einen kurzen Zmittag. Das Wetter sieht leider in der Zwischenzeit nicht mehr so gut aus wie am Morgen, die Wolken sind aufgezogen und die Sonne ist nicht mehr zu sehen. Nach dem Mittag gehts dann auf Schiff, ein schönes 92 Jahre altes Segelschiff mit einer tollen Skipperin, die ziemlich gerne erzählt.

Wir haben uns zum Glück wiedermal richtig dick eingepackt, mehrere Schichten Merino, Daunenjacke und Softshelljacke. Trotzdem wirds bereits kurz nach dem Start frisch und wir ziehen auch noch die brutal schicken Wärmeponchos an, dies an Bord gibt. Als wir dann richtig zu segeln beginnen, gitbts richtig Action, das Wetter ist stürmisch, die Wellen gross und so schaukelts ordentlich und das Segelschiff liegt ordentlich schräg, da muss man sich auch mit sitzen festhalten, damit man nicht von Bord geht.

Wir segeln zu den Maori Rock Carvings und wieder zurück.

Der Rückweg ist deutlich ruhiger und wir segeln gemütlich vor uns hin. Danach suchen wir einen Campingplatz für heute und wählen einen aus, der direkt in Taupo, nicht weit vom Hafen entfernt liegt. Am Campingplatz angekommen versuchen wir uns ein wenig aufzuwärmen, auch mit so vielen Schichten ists im Camper noch kalt. Zwischendurch macht sich, abwechselnd bei Bastian und mir auch schon mal ein kleines Motivationstief wegen der kalten Temperaturen bemerkbar. Immerhin können wir uns gut gegenseitig aufbauen und der Wetterbericht für deutlich höhere Temperaturen in den nächsten Tagen hilft auch ein wenig mit.

11. April – Schwefelgeruch liegt in der Luft, dazu Maori-Klänge

Und wieder hats ziemlich geregnet in der Nacht und war deshalb nicht ganz so ruhig wie erhofft. Der Regen hat uns tatsächlich mehr gestört als die Strasse direkt neben unserem Campingplatz. Und wieder ists extrem kalt im Camper. Eigentlich hatten wir ja gehofft auf der Nordinsel ein wenig wärmere Temperaturen vorzufinden, war wohl nichts. Unser erstes Ziel heute ist nur ein paar Autominuten entfernt, Wai-o-Tapu Geothermals. Auf einem Rundweg können verschiedene Geothermale Pools und Seen angeschaut werden, immer begleitet von einem beissenden Schwefelgeruch. Zuerst sehen wir uns den Lady Knox Geysir an, welcher jeden Tag um 10.15 Uhr (durch Einwerfen von Seife!) zum Ausbruch gebracht wird.

Dick eingepackt gehts danach zum Rundweg. Mit gefühlt 100 Schichten haben wir nun wenigstens genug warm und in der Zwischenzeit hats sogar aufgehört zu regnen. Die verschiedenen Pools sind wirklich beeindruckend. Mit der Zeit hat man aber das Gefühl, dass sich alles ein wenig wiederholt.

Bis zum Schluss mit dem Champagne Pool und dem Devils Bath nochmals zwei farbliche Highlights auf uns warten.

Uns beeindruckt aber auch das Ganze an sich, und die Landschaft, bei welcher überall im Wald immer wieder Rauch aufsteigt, ein tolles Bild.

Nach diesem wohlriechenden Erlebnis gehts weiter nach Whakarewarewa, einem Maori Dorf, welches mit der Geothermie lebt.

Nach einer kurzen Maori Show (welche Bastian einen verträumten Blick zaubert, weil ihn die polynesischen Klänge gedanklich bereits nach Französisch Polynesien bringt), in welcher uns Einheimische eine Kostprobe ihrer Gesänge und ihres Haka (Kriegstanz) geben, gibt es eine Führung durch das Dorf.

Im Dorf leben Maori und führen ein normales Dorfleben. Allerdings nutzen sie zum Beispiel zum Kochen und Baden die Vorteile der Geothermie. Die Esswaren werden in einem Holzkasten im Boden „gesteamt“ oder im natürlich aufgeheizten Wassern eines der Poole gekocht, ohne dafür Energie verwenden zu müssen. Zum Baden wird Wasser in Badewannen im Boden umgeleitet und steht dort jederzeit warm dem ganzen Dorf zur Verfügung, wirklich spannend zu sehen.

Nach dieser kurzen Einführung in das Leben der Maori machen wir uns auf den Weg nach Waikite Valley, wo wir heute übernachten werden. Der Campingplatz ist ain ein Therme angegliedert und die Camper können die Thermal Pools kostenlos benützen. Genau das richtige bei diesem kalten Wetter heute.

Und so nutzen wir die Pools, um uns endlich ein wenig aufzuwärmen, so haben wir wenigstens für einen Moment nicht kalt. Eine Einheimische hat uns heute erzählt, dass in Rotorua gestern (bevor wir angekommen sind) noch schön warm war. Die aktuellen Temperaturen (um 10 Grad) sind absolut untypisch für die aktuelle Jahreszeit, sie geht allerdings davon aus, dass der vorbeiziehende Sturm die Tiefen Temperaturen mitgebracht hat und es danach wieder wärmer wird, wir hoffen das Beste.

10. April – Regentag in Richtung Norden

Bereits gestern Abend hat es begonnen zu regnen und dann auch die ganze Nacht nur noch selten aufgehört. Zwischendurch gabs auch mal noch ein Gewitter. Die Nacht also im Vergleich zu Wellington wieder ohne Verkehrslärm, dafür sonst laut. Aufstehen ist so dann auch wiedermal nicht sonderlich angenehm.

Nach einem Kaffee gehts dann aber trotzdem los. Und der erste Teil der Strecke hats ziemlich in sich. Eine Bergstrecke, welche nicht für „long Vehicles“ geeignet ist, natürlich lassen wir uns davon nicht beeindrucken und fahren weiter. Die Strasse wird immer enger und zwischendurch liegen auch schon mal halbe umgestürzte Bäume oder herabgestürzte Felsbrocken auf der Strasse und die Strasse verwandelt sich teilweise in einen Bach, weils immer noch ziemlich stark regnet und stürmt. Wir hoffen, dass trotz der Folgen des Sturms die gesamte Strecke befahrbar ist und wir nicht kurz vor dem Ende umdrehen müssen. Schlussendlich kommen wir zum Glück wohlbehalten auf der anderen Seite an, wäre ja langweilig gewesen, die ein wenig längere Strecke über den Highway zu fahren.

Wir fahren weiter nach Norden mit dem Ziel Tongariro National Park. Dort wollen wir morgen eine Wanderung, den Tongariro Alpine Crossing machen. Wir haben uns schon einen Campingplatz mit Shuttle zur Wanderung ausgesucht. Kurz davor haben wir mal wieder WIFI Empfang und prüfen das Wetter und hoffen, dass es für morgen besser aussieht als heute. Leider ganz im Gegenteil, für die Nacht ist sogar weit herunter Schnee angesagt, also keine Chance auf die Wanderung morgen. Obwohl es bereits halb vier ist, beschliessen wir spontan noch zwei weitere Stunden nach Rotorua weiterzufahren und in ein paar Tagen nochmals einen Versuch zu starten. Wir suchen uns am iPad einen geeigneten Campingplatz, machen einen Fahrerwechsel und fahren dann weiter. Die Fahrt ist auch weiterhin von Regen und Wind geprägt. Erst als wir zum Lake Taupo kommen wirds zwischendurch auch mal ein wenig klarer.

Eine weitere Stunde später sind wir dann bei unserer heutigen Übernachtungsmöglichkeit, einem Platz hinter einer Taverne. Nicht besonders schön, aber nahe an Wai-o-Tapu, unserem ersten Ziel morgen, gelegen. Da es sich hier um ein Geothermales gebiet handelt riecht alles ziemlich nach Schwefel und immer wieder sieht mans irgendwo aus dem Boden rauchen, sogar auf dem Parkplatz neben unserem Camper.

9. April – Nächste Herr der Ringe Drehorte

Nach den letzten Tagen mit einigem Programm gönnen wir uns heute mal wieder einen gemütlicheren Tag mit nur kurzen Fahrstrecke. Von Wellington aus starten wir zuerst in Richtung Hutt Valley, welches direkt hinter Wellington beginnt. Dort besuchen wir den nächsten Herr der Ringe Drehort, beziehungsweise Bastian besucht den Ort, während ich es mir mit meinem e-Book Reader im Camper gemütlich mache. Danach gehts bereits zu unserem heutigen Campingplatz im Kaitoke Regional Park. Der Camping wurde uns von den Campingplatzbesitzern in Okarito empfohlen und es hat sich gelohnt. Der Camping ist am Rand eines Regional Parks gelegen und wird vom DOC (Departement of Conservation) geführt. Über eine riesige Fläche verteilt befinden sich einem Fluss entlang, schön durch Bäume und Gebüsche abgetrennt viele verschiedene Grasflächen, auf denen man campen kann. Der Campingplatz ist aber fast leer und so fühlen wir uns fast wie alleine in der Natur.

Ein weiteres Highlight für Bastian, nur eine halbe Stunde zu Fuss entfernt befindet sich ein weiterer Herr der Ringe Drehort. Auch der Spaziergang alleine lohnt sich schon, dem Fluss entlang durch den Regenwald, fühlt sich gut an nach einem Tag in Wellington. Gedreht wurden hier die Szenen in Bruchtal (Rivendell), im Gegensatz zu den bisherigen Drehorten die wir besucht hatten, wird hier mit Tafeln erklärt, wo welche Szene gedreht wurde bzw. wie der Ort hier aufgebaut war. Das einzige, was man aus dem Film aber tatsächlich sieht, sind zwei Bäume (welche tatsächlich auf der Karte eingezeichnet sind!). Der Hintergrund für die Szenen wurde in Fjordland gedreht, die Häuser wurden wieder abgebaut. Hätte also irgendwie auch an jedem x-beliebigen Ort im Neuseeländischen Regenwald gedreht worden sein können. Immerhin ein Tor steht noch, ist allerdings eine halb so grosse Nachbildung im Vergleich zum Tor aus dem Film.

Wenigstens hat sich der Spaziergang für die schöne Umgebung gelohnt.

Wieder zurück beim Camper nutzt Bastian die Nähe zum Fluss noch um ein wenig zu fischen, während ich es mir wiedermal mit meinem e-Book Reader im Camper gemütlich mache.

In der Zwischenzeit ist auch das Video unserer zweiten Neuseelandwoche fertig:

8. April – Goodbye South Island

Bereits um viertel vor 6 klingelt heute unser Wecker. Wir freuen uns schon jetzt darauf, wenn wir morgen endlich wiedermal ausschlafen können. Wir quälen uns irgendwie aus dem Bett und verzichten heute der Zeit zuliebe sogar auf unseren Kaffee. Kurz darauf gehts dann auch schon los zum Fährterminal der Bluebridge Fähre. Als wir unseren Camper in der Fähre parkiert haben gehts hinauf aufs oberste Deck, Deck 10, ein riesiges Teil diese Fähre. Gespannt beobachten wir das Treiben rund um die Fähre, beladen, Rampe hochfahren, Taue losbinden und dann gehts los.

Eigentlich hatten wir gehofft, dass wir für die Fährüberfahrt schönes Wetter haben, denn die dreistündige Fahrt hat einiges zu bieten. Leider ist das Wetter eher unbequem, windig, zwischendurch regnet es sogar leicht, dick einpacken ist also angesagt. Allerdings hatten wir gelesen, dass man während der Fahrt durch drei Mikroklimas fährt, es besteht also noch Hoffnung, dass Wetter unterwegs besser wird. Die erste Stunde der Fahrt führt durch den Queen Charlotte Sound und den Tory Channel bevors durch die Cook Strait nach Wellington geht.

Auch wenns ziemlich frisch ist bleiben wir während der ganzen drei Stunden der Fahrt auf dem Aussendeck und geniessen die Fahrt. Vom Schiff auf den Ozean zu schauen und ab und zu einen Delfin, Seehund oder Albatross zu beobachten wird uns einfach nie langweilig.

Bei der Einfahrt in Wellington erhaschen wir dann sogar noch die ersten Sonnenstrahlen. Nachdem auf der Südinsel die Städte doch eher ziemlich klein und ländlich waren (mit Ausnahme von Christchurch und Dunedin) sind wir ziemlich überrascht, als wir die Skyline von Wellington sehen, sieht richtig nach Grossstadt aus.

Nach der Ankunft der Fähre fahren wir direkt zum heutigen Campingplatz, welchen wir uns gestern Abend noch ausgesucht hatten. Direkt ausserhalb der Stadt, so dass wir uns die Stadt noch ein wenig anschauen können, aber trotzdem ein wenig ausserhalb sind. Mit dem Linienbus gehts danach ins Stadtzentrum, wo wir uns als erstes das Neuseeländische Nationalmuseum „Te Papa“ ansehen. Der Eintritt ist zu unserem Erstaunen kostenlos und das Museum ist riiiiiesig und verteilt sich über 6 Stockwerke. Wir lassen den Teil der Kriegsgeschichte aus und begnügen und mit dem Teil über die Maori-Kultur, wo auch verschiedene kunstvolle Schnitzereien und andere Werke verschiedener Maoristämme ausgestellt sind. Von der Aussichtsterrasse des Museums aus sehen wir dem Meer entlang verschiedene Foodtrucks und wissen somit schon, wo unser Weg als nächstes hinführt. Nachdem wir unseren Hunger an einem Sri Lankischen Foodtruck gestillt haben gehts weiter zur „Shopping-Meile“, ein bisschen Shopping darfs ja dann doch mal sein (dass heute Sonntag ist interessiert hier bezüglich Öffnungszeiten scheinbar niemanden). Als wir dort sind ist die Motivation dann aber doch eher mässig und so machen wir uns nach einer Weile wieder auf den Weg zurück zum Camper. Wir sind froh, uns in Wellington einmal umgesehen zu haben und Wellington hat uns gut gefallen, aber wie schon in Dunedin hat ein Nachmittag gereicht und wir freuen uns nun wieder auf Orte an denen es ein wenig ruhiger zu und her geht und ein wenig mehr die Natur im Vordergrund ist.

7. April – Wandern im Abel Tasman Nationalparkk

Und wieder müssen wir früh aufstehen. Wir haben nochmals eine Nacht in Marahau verbracht und haben für heute eine kleine Wanderung im Abel Tasman Nationalpark geplant. Da es nicht möglich ist in den Nationalpark zu fahren, ist die beste Möglichkeit sich mit dem Water Taxi irgendwo an der Küste absetzen zu lassen und danach zurückzulaufen oder ein Stück zu gehen und sich dann an einem anderen Ort wieder abholen zu lassen. Da wir heute Nachmittag bereits weiterfahren möchten haben wir uns eine Kombination gesucht, bei welcher wir bereits nach dem Mittag wieder zurück in Marahau sind. Wir starten also um 9 Uhr mit dem Water Taxi. Bereits der Start ist einigermassen spektakulär, man steigt zwar direkt ins Boot, allerdings befindet sich das nicht im Wasser sondern auf dem Anhänger eines Traktors. Auf dem Anhänger wird man dann zum Strand gefahren und das Boot dort ins Wasser gelassen.

Als wir dann im Wasser sind starten wir unsere Fahrt in Richtung Norden, immer wieder gibts kurze Stopps mit Erklärungen und Erzählungen zur Gegend, wirklich interessant. Bei der Torrent Bay steigen wir dann aus und starten unsere heutige kurze Wanderung. Da Ebbe ist können wir den ersten Teil unserer Strecke auf der kurzen Route über den Strand zurücklegen. Trotz Ebbe haben wir am Schluss doch nasse Füsse, ganz trocken ist der Weg auch so nicht und zwischendurch stecken wir auch schon mal ziemlich tief mit unseren Füssen im Watt, ist mal eine neue Erfahrung :-)! Nach einer halben Stunde erreichen wir Anchorage Bay, wo uns das Water Taxi drei Stunden später wieder abholen wird.

Von Anchorage Bay aus machen wir dann noch einen Rundweg durch den Wald, welcher uns zu einem Aussichtspunkt auf einer Halbinsel vor Anchorage Bay führt.

Der Rückweg führt an einem wunderschönen Strand vorbei, wo wir unseren Mittagshalt einlegen, traumhaft diese Aussicht.

Als wir wieder zurück in Anchorage Bay sind haben wir noch ein wenig Zeit bis uns das Water Taxi abholt und legen wir uns noch ein wenig unter einen Baum an den Strand und geniessen einfach das schöne Wetter.

Zurück in Marahau starten wir unsere Fahrt in Richtung Picton, von wo aus uns die Fähre auf die Nordinsel bringen wird. In nächsten grösseren Ort machen wir einen kurzen Halt bei der i-Site um die Fähre zu buchen. In der Zwischenzeit ist es bereits nach drei Uhr und eigentlich wollen wir bereits morgen fahren, sind somit ziemlich knapp dran. Es stehen uns noch Plätze um 8 Uhr Morgens oder 2 Uhr Nachmittags zur Verfügung. Damit wir den morgigen Tag schon in Wellington nutzen können entscheiden wir uns für die 8 Uhr Fähre, müssen also um 7 Uhr morgens früh bereits am Fährterminal sein. Somit kommt für diese Nacht auch nur ein Campingplatz in der Nähe des Fährterminals in Frage. Somit müssen wir heute noch nach Picton fahren, was gemäss Auskunft der netten Dame in der i-Site mit dem Campervan 3 ½ Stunden dauern soll. Nun ja, dann beissen wir für heute mal in den sauren Apfel und geben ein wenig Gas, damit wir dann dafür morgen mehr Zeit haben. Glücklicherweise sind wir ja geübte Bergfahrer und auch aus einem solchen Campervan lässt sich noch einiges herausholen und so schaffen wir die Strecke in knapp 2 ½ Stunden, sind aber dann doch ziemlich geschafft, als wir in Picton ankommen, jetzt nur noch essen und dann schnell ins Bett.

Nach knapp drei Wochen und 3’000 gefahrenen Kilometern verabschieden wir uns also morgen von der Südinsel. Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt, einige Orte haben uns ein wenig enttäuscht (Franz Josef Glacier, wahrscheinlich hätte es bei schönem Wetter auch anders ausgesehen), andere Orte haben uns überrascht (zum Beispiel die Scenic Route der Westküste entlang zwischen Greymouth und Westport). Uns haben die verschiedenen Landschaften und wie sie sich abgewechselt haben sehr beeindruckt. Nun hoffen wir, dass uns auf der Nordinsel noch ein wenig höhere Temperaturen erwarten und es ansonsten so weitergeht wie bisher.

6. April – Kayaktour im Abel Tasman Nationalpark

Heute müssen wir, für unser Verhältnis, sehr früh aufstehen, denn um 8.30 Uhr gehts los zur Kayaktour im Abel Tasman Nationalpark. Da wir noch nie vorher mit dem Kayak unterwegs waren haben wir erstmal nur eine Halbtagestour gebucht, wenns uns gefällt können wir immer noch an einem anderen Ort nochmals eine Tour machen, sollte noch genügend Gelegenheiten geben. Glücklicherweise ist der Startpunkt der Kayaktour direkt neben unserem Campingplatz in Marahu, wir haben also einen sehr kurzen Weg dahin. Das Wetter ist definitiv auf unserer Seite, es ist schön windstill und das Meer somit schön ruhig und der Himmel ist stahlblau. Zuerst bekommen wir von unserem heutigen Guide Ariel eine kurze Einführung, er erzählt uns, dass wir heute so zu sagen eine Privattour erhalten, da sich niemand anderes für diese Tour angemeldet hat. Man merkt, dass die Hauptsaison vorbei ist und die Touris langsam weniger werden, soll uns nur recht sein.

Nach der Einführung gehts dann direkt zum Strand, die Kayak werden mit einem Traktor dahingefahren. Bastian und ich paddeln/fahren im Zweierkayak und sind gespannt wie das funktionieren wird. Wir beschliessen, dass Bastian vorne sitzt und somit den Takt zum paddeln angibt, ich sitze hinten und bediene das Steuer. Und es funktioniert tatsächlich richtig gut. Wir fahren der Küste des Nationalparks entlang in Richtung Norden.

Die Küste besteht hauptsächlich aus Wald mit felsigen Klippen, immer wieder dazwischen gibt es wunderschöne kleine Buchten mit goldenen Sandstränden. Nach einer Weile gibts die erste Pause, an einem schönen verlassenen Strand macht Ariel Kaffee für uns und wir geniessen die Sonne.

Weiter gehts zu einer vorgelagerten kleinen Insel, bei welcher wir Seehunde beobachten können, jedes mal einfach wieder toll zu beobachten. Danach gehts leider schon zum Endpunkt unserer Tour, ebenfalls einem wunderschönen Sandstrand, der Observation Bay.

Dort können wir uns noch über eine Stunde an die Sonne legen, danach werden wir vom Water Taxi abgeholt und zusammen mit den Kayaks zurück nach Marahau gefahren. Den Nachmittag wollten wir eigentlich gemütlich in Marahau am Strand verbringen. Leider ist in der Zwischenzeit wieder Wind aufgezogen und so machen wirs uns windgeschützt vor dem Camper gemütlich.

5. April – Sonne, Meer und Strand

Nach den vielen Autostunden der letzten Tage möchten wir uns wiedermal ein wenig mehr Ruhe gönnen. Von Murchison aus fahren wir in Richtung Abel Tasman Nationalpark, ganz im Norden der Südinsel. Wir fahren durchs Motueka Valley und werden wieder einmal von der Landschaft überrascht, uns erwarten saftige grüne Wiesen, herbstlich verfärbte Laubbäume und viele Apfel, Beeren und Hopfenplantagen. In Motueka besuchen wir erstmal die örtliche i-Site (Infocenter), um uns nach Kayaktouren im Abel Tasman Nationalpark zu erkundigen. Wir buchen für morgen eine Tour von Marahau aus, nahe dem Tor zum Nationalpark, gleichzeitig buchen wir auch gerade einen Campingplatz für zwei Nächte, direkt neben dem Startpunkt der Kayaktour, so müssen wir früh morgens nicht noch irgend wo hinfahren (die Tour startet um 8.30 Uhr). Die Fahrt von Motueka nach Marahau ist fast noch ein wenig abenteuerlich, die eigentliche Strasse wurde vor einigen Wochen durch Fluten aufgrund des Zyklonen Gita weggespült und so müssen wir eine alternative Route fahren, welche ziemlich kurvig und eng ist. Beim Camping angekommen erkunden wir kurz die Umgebung, viel gibts hier nicht zu sehen, und machen uns dann auf den Weg, um uns endlich mal an den Strand zu legen.

Die Sonne scheint und es ist wunderbar warm, nur leider ist in der Zwischenzeit ein ziemlich starker Wind aufgezogen, was die Entspannung am Strand ein wenig ungemütlich macht, nach einer Stunde geben wir auf und setzen uns vor dem Camper an die Sonne.

Nach dem Znacht machen wir im Abendlicht noch einen kleinen Spaziergang Strand. Tolle Stimmung.