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Seraina

24. April – Und nochmals Auckland

Heute schaffen wir es ein wenig früher aus dem Bett als gestern. In der Zwischenzeit ist bei uns ein wenig Aufbruchstimmung, nur noch zwei Nächte im Camper. Beim aktuellen Campingplatz gibt es in der Küche eine «Looking for a good home»-Kiste in welche nicht mehr benötigte Lebensmittel gelegt werden, welche dann von anderen Campern mitgenommen werden können. Ist natürlich eine gute Sache, da es fast nicht möglich ist, punktgenau alles einzukaufen/aufzubrauchen bevor der Camper abgegeben wird. Und mitnehmen wollen wir die meisten Sachen mit. Und so haben wir in den letzten beiden Tagen immer mal wieder Dinge in die Kiste gelegt. In der Zwischenzeit haben wir uns nun einen Spass daraus gemacht zu wetten, welche Produkte wohl am schnellsten weg sein werden. Jedesmal auf dem Weg an der Küche vorbei schauen wir gespannt, was noch da ist. Nun müssen wir aber auch den ersten Teil unserer Sachen zusammenpacken. Die Sachen, welche wir nicht mit nach Französisch Polynesien mitnehmen wollen werden in zwei Taschen gepackt und heute nach Auckland ins Hotel gebracht.

Wir stellen fest, dass sich da doch einiges zusammengesammelt hat in den letzten Wochen, schon die Schlafsäcke nehmen einiges an Platz in den Taschen weg, dazu kommen noch einige Souvenirs. Trotzdem fragen wir uns am Ende, wieso die Taschen so schwer sein können. Wird merken, dass es durchaus noch spannend werden könnte, wie wir es schaffen, für den Flug zurück in die Schweiz in den 30 kg Freigepäck zu bleiben. Spontan kaufen wir auf dem Weg zum Bus nach Devonport deshalb noch eine Kofferwaage. So können wir dann vor dem Abflug dann noch prüfen, was alles mit nach Hause fliegen darf. Wir haben da bereits einige Wackelkandidaten, welche wir durchaus in Neuseeland zurücklassen könnten. Als wir dann mit gewogenen Taschen an der Bushaltestelle auf den Bus warten spricht uns eine Frau an. Die Busse würden heute nicht fahren, es gibt einen allgemeinen Streik. Wir wissen ja nicht, ob allgemein bei den ÖV einfach so viel gestreikt wird, aber irgendwie haben Bastian und ich ein ziemlich gutes Händchen dafür in den Ferien solche Streiks anzutreffen. Da wir unser Gepäck unbedingt heute nach Auckland bringen müssen muss eine Alternative her, wir wollen nun auch mal Uber ausprobieren. Während Bastian damit beschäftigt ist die App herunterzuladen und sich zu registrieren sehe ich per Zufall, dass gerade ein Bus hält, welcher mit «City Centre» angeschrieben ist. Kann ja grundsätzlich nicht so verkehrt sein, auch wenn wir so auf die Fährfahrt verzichten müssen. Ich frage die Busfahrerin und tatsächlich. Wir steigen ein und sind sogar noch schneller in Auckland als mit der ursprünglichen Verbindung. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir unser Gepäck nicht so weit tragen müssen (wobei wir hier wohl eher für Bastian steht), da der Bus an einer Haltestelle nahe des Hotels, in welchem wir das Gepäck abliefern, hält. Nachdem das Gepäck weg ist läufts sich deutlich leichter. Ursprünglich hatten wir uns mal noch überlegt eine Hafenbootstour zu machen oder eine Ausflug nach Rangitoto Island. Nachdem Auckland uns gestern aber so gut gefallen hat wollen wir den Tag heute nutzen, um die Stadt nochmals ein wenig zu geniessen. Geshoppt haben wir genug und so wollen wir die Gegend rund um den Hafen noch ein wenig ausführlicher erkunden. Wir gönnen uns zum Zmittag eine Runde Sushi, welches es hier an jedem Strassenecken gibt. Gegessen wir am Viaduct Harbour, welcher uns schon gestern so fasziniert hatte. Wir geniessen den Ausblick hier und lassen unsere Zeit in Neuseeland noch ein wenig Revue passieren. Frisch gestärkt gehen wir dann weiter in Richtung Wyneyard Quarter, einem Quartier im Hafen, welches noch am entstehen ist.

Auch hier reiht sich dem Wasser entlang wieder ein Restaurant ans andere. Dahinter gibts einen weiteren Teil des Hafens mit teilweise ziemlich grossen Yachten. Für Bastian ist das hier ein Fotoparadies, aber nicht wegen der Yachten sondern wegen der speziellen Architekturen und Formen überall. Und so schiesst er ein Foto nach dem anderen, während ich noch ein wenig die Yachten bewundere.

Wir spazieren weiter ganz gemütlich rund um den Viaduct Harbour und setzen uns dann in eines der schönen Cafes und geniessen einen Flat White mit Ausblick auf die schönen Yachten.

So fährt beispielsweise auch gerade die (etwas ältere) Americas Cup Yacht der Neuseeländer ein, mit welcher Touristen hier eine zweistündige Tour machen können. Als wir wieder zurück beim Fährterminal sind stellen wir fest, dass wir, obwohl wir heute eigentlich fast nichts gemacht, sondern nur genossen haben, ziemlich viel Strecke zu Fuss zurückgelegt haben. Auch nach dem zweiten Tag in Auckland sind wir aber immer noch total begeistert von der Stadt und freuen uns schon, auf unserem Rückweg in die Schweiz nochmals eine Nacht hier verbringen zu dürfen. Mit der Fähre und dem Bus gehst dann wieder zurück nach Takapuna (die Busstreiks sind in der Zwischenzeit zum Glück vorbei).

Auf dem Rückweg gönnen wir uns in einem Pub einen feinen Znacht, so müssen wir wenigstens nicht mehr kochen.

23. April – Auf Erkundungstour in Auckland

Für heute haben wir uns eine Erkundungstour in Auckland vorgenommen. Zuerst lassen wir uns aber mal sehr viel Zeit mit Aufstehen und Frühstücken. Am Mittag schaffen wir es dann endlich los zu gehen. Mit dem Bus gehts zuerst nach Devonport und von dort aus mit der Fähre direkt in die Innenstadt von Auckland. Welch eine coole Stadt, in wenn man mit der Fähre mitten ins Zentrum anreisen kann. Bereits von Devonport aus kann man die Skyline von Auckland sehen, ziemlich beeindruckend. Man hat das Gefühl, dass grosse Unternehmen sich hier regelrecht mit Hochhäusern zu übertrumpfen versucht haben.

In Auckland angekommen gibts erstmal etwas zu essen. Direkt am Fährhafen gibt es ein kleines Container-Dorf mit breitem Essensangebot, für uns gibts wiedermal Sushi. Danach erkunden wir Auckland entlang der Queensstreet, der Hauptshoppingmeile. Danach machen wir einen kurzen Abstecher in den Albertpark.

Nur wenige Minuten von der Queensstreet und dem vielen Rummel und Verkehr entfernt gibt es hier einen wunderschönen Park, eine richtige Oase mitten in der Stadt. Nachdem wir eine Weile eine Gruppe Asiatische Touristen bei ihrem ziemlich unterhaltsamen Fotoshooting beobachtet haben gehts für uns weiter. Wir stürzen und wieder in den Rummel und spazieren zum Skytower. Im Hotel direkt neben dem Skytower werden wir auf unserer Heimreise in gut zwei Wochen eine Nacht verbringen, bevors zurück in die Schweiz geht. Wir nutzen also die Gelegenheit und schauen uns gleich kurz das Hotel von aussen an. Ausserdem sichern wir uns beim Concierge nochmals ab, ob es wirklich ok ist, wenn wir einen Teil unseres Gepäcks für die nächsten zwei Wochen hier lassen. Für den Flug nach Französisch Polynesien haben wir deutlich weniger Freigepäck als bei den Emirate-Flügen aus der Schweiz nach Neuseeland und umgekehrt. Da wir zudem weder Wander noch Wintersachen benötigen werden in Französisch Polynesien lassen wir diesen Teil unseres Gepäcks hier. Der Concierge ist wahnsinnig freundlich, echt tolle Sache, dass uns das Hotel diese Möglichkeit bietet, immerhin verbringen wir gerademal eine Nacht hier. Nachdem diese Fragen geklärt sind geht unsere Erkundungstour weiter. Wir gehen runter zum Hafen und von dort aus ein Stück in Richtung Viaduct Harbour. Auch wenn es hier eine Baustelle gibt ist das hier wieder wie eine kleine Ruheoase im Grossstadttrubel. Man hat eine schöne Aussicht auf die Schiffe, aber auch auf die Aucklander Skyline.

Wir geniessen die Aussicht hier bis zum Eindunkeln, was den Ausblick nochmals in ein neues Licht taucht. Nach einem langen Nachmittag in Auckland gehts dann wieder auf die Fähre zurück nach Devonport. In der Zwischenzeit ist es fast ganz dunkel geworden und nun können wir die Lichter der Skyline vom Schiff aus sehen, was noch fast die schönere Ansicht ist als am Tag.

Bei den bisherigen Erfahrungen hatten wir ja immer ziemlich schnell genug von Städten. In Auckland ist das nun ganz anders. Wir sind völlig überrascht, wie gut es uns hier gefällt. Obwohl es eine riesige Stadt ist, hat Auckland einen speziellen Charme. Die Hafenpromenade ist wunderschön und lädt zum flanieren ein. Überall entdeckt man nur wenige Minuten vom Grossstadttrubel entfernt Örtchen, an denen es deutlich ruhiger ist und die zum Geniessen einladen. Ausserdem gibts überall viele Foodtrucks und kleine Restaurants, welche ganz verschiedene Spezialitäten aus allen möglichen Ländern anbieten. Zurück im Camper sind wir ziemlich erledigt, wir haben heute aber auch einige Kilometer zu Fuss zurückgelegt.

22. April – Wir verabschieden uns von Paihia und fahren zurück nach Süden

Nach ein paar wahnsinnig schönen Tagen in Paihia verabschieden wir uns heute ein wenig wehmütig von hier. Die Ausflüge der letzten Tage waren super und wir haben es sehr genossen, auch mal ein paar Tage am gleichen Ort zu verbringen und den Camper stehen zu lassen. Da unsere Zeit in Neuseeland sich aber nun langsam den Ende neigt gehts heute wieder in Richtung Auckland, von wo aus wir dann am Donnerstag weiter nach Französisch Polynesien fliegen werden. Auch wenn uns die Erfahrung in den letzten Wochen gezeigt hat, dass wir meist ziemlich schnell genug von grössere Städten haben, so wollen wir uns doch noch ein paar Tage Zeit nehmen um Auckland und seine Umgebung zu erkunden. Wir haben uns für die nächsten drei Nächte einen Campingplatz in Takapuna, einem Vorort von Auckland ausgewählt. Der Camping liegt direkt am Strand, gleichzeitig ist aber auch das Stadtzentrum von Auckland innert einer halben Stunde erreichbar. Dies hat für uns den Vorteil, dass wir uns nicht mit unserem Camper durch die Grossstadt schlagen müssen. Nachdem wir unseren Campingplatz bezogen haben erkunden wir noch ein wenig die Ortschaft. Nach den ruhigen Tagen in Paihia ist hier ziemlich viel los.

Beim Schreiben des Blogeintrags haben wir dann festgestellt, dass es von heute nichtmal richtige Fotos gibt. Einziges Foto von heute:

Hier sieht man, dass wir richtig Oldschool mit Karte statt mit Navi unterwegs sind. Wir sinds uns von Zuhause nicht gewohnt mit Navi zu fahren und eigentlich mach ich das auch noch ganz gerne so, hält den Kopf trotz Ferien frisch ;-)! Als Notfallplan gibts auch immer noch Google Maps auf dem iPhone. Wir haben aber festgestellt, dass es in den Städten deutlich besser funktioniert, wenn ich die Karte lese und Bastian fährt als umgekehrt, jedenfalls wenn wir irgendwann mal noch ankommen möchten ;-).

21. April – Ausflug nach Russell

Nachdem wir die letzten Tage ziemlich viel Programm hatten, lassen wir es heute mal gemütlicher angehen. Wir schlafen erst aus und nutzen die Zeit nach dem Frühstück um Fotos zu bearbeiten (Bastian) und ein wenig Blogeinträge zu schreiben (ich). Ich kann mich sogar nach draussen vor den Camper an die Sonne setzen.

Erst nach dem Mittagessen verlassen wir dann den Campingplatz in Richtung Hafen. Unterwegs schauen wir am Strand noch beim Waka Festival zu, bei welchem gerade ein Kanu-Staffelrennen stattfindet. Toll zu sehen, wie sich die Ruderer in ihren einer und zweier Ausleger-Kanus auf dem Meer fortbewegen. Scheint eine grosse Party zu sein.

Dann gehts weiter zum Hafen, von wo aus wir mit der Fähre nach Russell fahren. Russell ist ein kleines Städtchen auf der anderen Seite der Bucht, die Fährfahrt dauert nur 15 Minuten, und das auch nur, weil die bereits ein wenig ältere Fähre in ziemlich gemächlichem Tempo unterwegs ist.

In Russell erkunden wir dann zuerst ein wenig die Stadt, setzen uns in eine gemütliche Gartenwirtschaft und geniessen die Sonne. Danach machen wir einen kleinen Walk zum Flagstaff Hill, von wo aus man eine wunderschöne Rundum-Aussicht auf einen grossen Teil der Bay of Islands hat. Der Weg hinauf war ziemlich steil und anstrengend, hat sich aber definitiv gelohnt.

Nach dem Spaziergang geniessen wir im Hafen den Sonnenuntergang und machen uns dann auf den Weg ins Restaurant The Duke of Marlborugh, in welchem wir heute Znacht essen werden. Nachdem wir nun bereits einige Wochen mit leicht eingeschränkten Möglichkeiten im Camper gekocht haben, gönnen wir uns heute einen richtig guten Znacht mit Meeresfrüchten und gutem Fleisch. Wir erhalten einen super Platz mit Aussicht auf das Meer. Der Service war ein wenig langsam für unseren grossen Hunger, ansonsten wars aber wirklich gut.

Nach dem Essen folgt ein weiteres Highlight, welches uns der Kapitän der Segelyacht vor ein paar Tagen empfohlen hatten. Wir fahren mit der Fähre unter wunderschön klarem Sternenhimmel, ganz alleine auf dem Aussendeck der Fähre, zurück nach Paihia. Auch wenn die Fahrt nur eine Viertelstunde dauert, geniessen wir es wahnsinnig. Unglaublich wie gut die Milchstrasse hier wieder zu sehen ist, sobald man nur einige Meter vom Hafen entfernt auf dem Meer ist.

Für den 20 Minütigen Fussweg zurück vom Hafen zum Camper gönnen wir uns zum Abschluss dann noch ein Glace.

20. April – Delfintour und Maorikultur

Heute müssen wir wieder früher aufstehen. Um Acht Uhr startet unsere Delfintour. Immerhin werden wir heute direkt beim Camping abgeholt und müssen so nicht noch selbst zum Hafen gehen. Wir haben uns für eine Halbtagestour auf einem kleinen Boot entschieden, auf welchem auch die Möglichkeit besteht mit den Delfinen zu schwimmen. Dies allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen, welche vom DOC (Departement of Conservation) vorgegeben werden. So darf die Gruppe beispielsweise keine Babys dabei haben. Bereits rund eine halbe Stunde nach dem Start der Tour finden wir eine Gruppe grosser Tümmler, welche auch einen 5 Tage alten Babydelfin bei sich haben. Es ist unglaublich süss, wie dieser zwischen zwei erwachsenen Delfinen schwimmt und sich dabei noch ein wenig ungeschickt anstellt.

Wir können die Gruppe ziemlich lange und ziemlich nahe beobachten, bevor aufgrund eines Zeitlimits, welches ebenfalls das DOC vorschreibt, weiterziehen müssen. Nun gehts weiter mit einer Rundtour durch die Bay of Islands, bei welcher wir spezielle Steinformationen (Black Rocks) oder auch Wildlife-Hotspots (Bird Rock) besichtigen.

Wir haben sogar genügend Zeit durch das Hole in the Rock, einem Loch in einem Felsen, zu fahren.

Unterwegs sehen wir die Rückenflosse eines Hammerhais, Seehunde und wie schon gestern Zwergpinguine. Als wir uns auf die Rückfahrt machen sehen wir sogar noch eine Gruppe der kleinere gemeinen Delfinen. Ich hatte eigentlich gehofft, vielleicht noch einen Orca zu sehen, die solls hier in der aktuellen Jahreszeit auch haben. Leider waren wir dabei nicht erfolgreich. Auch das Delfinschwimmen konnte leider aufgrund des Babydelfins nicht durchgeführt werden. Aber wir sind rundum zufrieden mit dem Ausflug, vorallem der Babydelfin war ein ganz spezielles Erlebnis. Eine kleine Videozusammenfassung der Tour gibts unter folgendem Link:

Zurück im Camper gönnen wir uns noch ein wenig Ruhe, bevor wir zum nächsten Programmpunkt aufbrechen. Wir haben uns für heute Abend zum Hangi and Concert (Typischer Maoriznacht mit Show) auf den Waitangi Treaty Grounds angemeldet. Vorher wollen wir noch eine Führung machen und uns die mehrmals täglich stattfindende Maorishow ansehen. Die Waitangi Treaty Grounds sind glücklicherweise nur 10 Minuten Fussweg von unserem Campingplatz entfernt und so machen wir uns um kurz vor 3 auf den Weg um die Show um 3 Uhr sehen zu können. Die Show findet im wunderschön verzierten Meetinghouse statt.

Es werden verschiedene Tänze und Spiele aufgeführt, ähnlich wie bereits bei der Show welche wir im Maoridorf Whakarwarawa gesehen hatten. Irgendwie hatte uns die Show dort aber mehr beeindruckt.

Nach der Show startet auch schon bald die Führung über die Treaty Grounds.

Wir erfahren, dass hier die Friedensvereinbarung zwischen den Maori und den Briten unterschrieben wurde, mit welcher Neuseeland unter Britische Flagge gestellt wurde. Die Vereinbarung wurde damals von über 40 Maorihäuptlingen unterschrieben, aus Angst vor den nahenden Franzosen, mit welchen man in früherer Zeit schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Die Maori hofften durch die Briten vor den Franzosen beschützt zu werden. Allerdings gab es in der Übersetzung des Vertrags auf Maori einen Fehler, die Maori gingen davon aus, dass sie ihr Land behalten würden, während sie in der Englischen Version ihre Souveränität der britischen Krone übergaben. Nach der Tour haben wir noch Zeit das Museum zu besichtigen, in welchem die Geschichte der Maori, insbesondere seit der Unterzeichnung der Friedensvereinbarung, nochmals detailliert aufzeigt. Um 6 Uhr startet dann das Abendprogramm, als wir hören wie das abläuft sind wir uns einig, dass wir definitiv vorher noch etwas hätten essen sollen, wir sind bereits jetzt hungrig, bis zum Nachtessen dauerts aber wohl noch eine ganze Weile. Zuerst werden in unserer Gruppe drei Chiefs ausgewählt, welche dann dem Maorichief bei der Show zeigen sollen, dass wir in friedlicher Absicht zu Besuch kommen. Während ein Herr aus Korea nicht ganz freiwillig dazu ausgewählt wird und ein wenig überfordert scheint, meldet sich ein älterer Herr aus Kanada in einer ziemlich ausführlichen Rede für sich und seinen Schwiegersohn (welcher sich wohl in diesem Moment ein Loch im Boden gewünscht hätte, in welches er hätte verschwinden können) als zweiter und dritter Chief. Nach der Wahl der Chiefs sehen wir uns an, wie unser heutiges Nachtessen zubereitet wird. Traditionell kochen die Maori ihr Essen in einem Hangi (Erdofen), einem Loch im Boden. Dort werden alle Bestandteile des Essens (Fleisch, Fisch, Beilagen, Gemüse) in einzelne Körbe verpackt, vergraben und danach für mehrere Stunden so gegart. Die moderne Varianten, in welcher auch unser Essen für heute gekocht wird, wird mit Gas betrieben und muss nicht so lange vorgeheizt werden. Aber auch dieser Hangi befindet sich im Boden. Unser Hangi-Koch erklärt uns, wie sie Speisen zubereitet werden und öffnet danach den Hangi für uns, um bereits einen Blick auf das heutige Menü zu erhaschen.

Ziemlich gemein, weil unser Magen in der Zwischenzeit ziemlich durchhängt und wir noch einige Zeit vor uns haben, bevor wir verköstigt werden. Anschliessend machen wir uns im eindunkeln auf den Weg zum Meetinghouse, in welchem wie bereits heute Nachmittag, die Show stattfinden wird. Als wir zur Wiese vor dem Meetinghouse hinaufkommen, sehen wir dort bereits einen Maori, welcher uns erwartet.

In einer ziemlich beeindruckenden Show probiert er (mit laufenden Kampfbewegungen und abschreckenden Lauten) herauszufinden, ob wir mit friedlichen Absichten in sein Haus kommen wollen. Nachdem unsere drei gewählten Chiefs dem Maori die Ehre erwiesen haben, läd er uns zu seiner Familie in sein Haus ein. Dort werden uns, ein wenig ausführlicher als am Nachmittag, verschiedene Tänze, Lieder und Spiele präsentiert. Und nun gehts endlich zum lange erhofften Essen. Es wird eine ziemlich grosse Auswahl an verschiedenen Fleischsorten, Gemüsen uns Beilagen geboten, inklusive anschliessendem Dessert.

Das Essen ist speziell, aber wirklich gut, wenn auch für unseren Geschmack ein wenig fad. Aber es ist doch mal wieder eine Abwechslung zum einfachen Essen, welches wir jeweils im Camper bzw. in der Campingküche zubereiten. Bastian schlägt ordentlich zu und isst, bis das Buffet abgeräumt wird. Man könnte fast das Gefühl bekommen, dass er seit mindestens einer Woche nichts mehr zu essen erhalten hat. Da wir doch ziemlich viel Programm hatten heute gehts nach dem Nachtessen und einem kleine Verdauungsspaziergang zurück zum Camper direkt ins Bett, wir sind ziemlich geschafft.

19. April – Segeltörn durch die Bay of Island

Heute müssen wir zum Glück nicht mehr ganz so früh aufstehen wie gestern. Unser Segeltrip heute startet erst um Viertel vor 10 beim Hafen in Paihia. Und so werde ich heute sogar wieder mit Pfannkuchen verwöhn, ein super Start in den Tag. Danach gehts zu Fuss gemütlich zum Hafen und wir sehen die Segelyacht «She’s a Lady», auf welcher wir den heutigen Tag verbringen werden. Wir sind einfach wahnsinnig gerne auf dem Wasser unterwegs und deshalb waren wir natürlich direkt begeistert, als die nette Mitarbeiterin der Rezeption des Campings uns diesen Segeltrip vorgeschlagen hat. Der Kapitän Dave ist als Segelyacht-Nomade aufgewachsen und lebt selbst seit 17 Jahren auf seinem Boot und bietet tagsüber jeweils Touren durch die Bay of Islands an.

Zuerst noch mit Motor und ohne Segel stechen wir in See, einfach herrlich so auf dem Deck des Segelschiffs zu liegen, aufs Meer hinaus zu schauen und sich die Meeresbrise um die Nase winden zu lassen. Nach einer Weile gibts schon das erste Highlight, wir sehen einen kleinen Zwergpinguin im Wasser schwimmen, auch wenn er so im Wasser schwimmend eher aussieht wie ein Kormoran und so gar nicht, wie wir uns das vorgestellt haben. Trotzdem echt süss anzuschauen. Kurz darauf erblicken wir schon den nächsten, dieser kommt sogar noch näher ans Boot heran.

Im nächsten Moment sehen Bastian und ich sogar einen Pinguin im Wasser direkt am Boot vorbeitauchen. Beeindruckend, wie der Pinguin wie ein Pfeil durchs Wasser schiesst, während er sich an Land ja nicht gerade elegant vorwärts bewegt. Nach vier Wochen Neuseeland haben wir nun also tatsächlich doch noch Pinguine aus der Nähe sehen dürfen, wir hatten schon gar nicht mehr damit gerechnet. Dank der Sonne ist es in der Zwischenzeit richtig warm geworden an Bord und so können wir sogar auf kurze Hosen umsteigen und doch mal noch ein wenig «Sünnala». Zum Zmittag gehts zu einem Strand der kleinen Insel Moturua.

Bevor uns Dave den Zmittag serviert haben wir aber noch ein wenig Zeit uns ein wenig an den Strand zu legen und die Bucht mit einem Kayak zu erkunden.

Für ein Bad im Meer ist es uns dann doch zu kalt. Nach dem Mittagessen gehts wieder zurück aufs Boot und nun wird gesegelt. Wir segeln gefühlt kreuz und quer durch die Bay of Islands. Man könnte sogar mithelfen beim Segeln, aber im Moment sind wir gerade viel zu beschäftigt damit zu geniessen. Gegen Abend sind wir dann wieder zurück im Hafen und gönnen uns für den Spaziergang zurück zum Camper noch ein Glace.

18. April – Red Snapper aufgepasst!

Als der Wecker heute um 5.30 Uhr klingelt fragen wir uns schon einen Moment, wieso wir uns das in den Ferien antun. Dann können wir uns dann aber doch aus dem Bett quälen. Um 6.45 Uhr müssen wir für unsere heutige Fishing-Tour beim Hafen in Paihia sein und somit liegen für uns noch 20 Minuten Fussweg dazwischen. Tatsächlich schaffen wir es dann um 6.20 Uhr los. Wir spazieren dem Strand entlang zum Hafen und eigentlich hat sich das frühe Aufstehen schon dafür fast gelohnt. Das Morgenlicht ist wunderschön und noch ist alles schön ruhig am Strand. Wir treffen pünktlich am Hafen ein und kurz danach gehts mit dem kleinen Fischerboot los.

Zuerst stoppen wir nach einiger Zeit, um noch einige kleine Köderfische zu fischen. Das geht ziemlich einfach, einmal den Haken ins Wasser lassen, wieder rausziehen und schon hängen Fischen dran.Danach gehts weiter, ein wenig aus der Bucht hinaus ins offenere Meer um unser heutiges Ziel, Red Snapper zu fischen. Diese sind normalerweise 1-2 Kilo schwer, können aber auch schon mal bis zu 10 oder sogar 15 Kilo schwer werden. Die See ist heute ziemlich rau und das Boot wird ordentlich hin und her geschaukelt, Bastian und mir macht das aber eigentlich noch recht Spass so. Leider sieht das unser Kapitän wohl anders und so fahren wir zu einem ruhigeren Gebiet, näher an die Bucht. Nachdem die ersten Fische zu klein sind, zieht die eine Tourteilnehmerin schon nach kurzer Zeit einen riesigen Red Snapper aus dem Wasser.

Es folgen noch weitere, ein wenig kleinere Exemplare und andere Fische, wie beispielsweise den Kahawai, welchen Bastian gefischt hat.

Ich war leider nicht ganz so erfolgreich, immerhin hatte ich beim ersten Halt einen Köderfisch gefangen, danach leider nur noch einen zu kleinen Red Snapper. Ich bin mir aber sicher, dass es für die allgemeine Stimmung deutlich weniger schlimm ist, wenn ich keinen Fisch gefangen habe, als wenn das bei Bastian der Fall gewesen wäre :-)! Auf der Rückfahrt werden die Fische bereits von «Deckie» Jack filetiert.

Nach fünf Stunden auf See machen wir uns mit ca. einem Kilo verschiedener Fischfilets auf den Weg zurück zum Camper. In der Zwischenzeit sind wir auch schon ziemlich hungrig und so gibts die erste Fischportion direkt zum Zmittag, Frischer geht kaum. Unter folgendem Link gibts noch die kurze Zusammenfassung des Fishingtrips als Video:

Nach dem anstrengenden Morgen lassen wir es am Nachmittag dann gemütlicher angehen und geniessen vor dem Camper erstmal noch ein wenig die Sonne. Danach machen wir nochmals einen Spaziergang ins Städtchen und holen uns dort ein Glace.

17. April – Nun gibts Ferien in den Ferien

Nachdem wir von der schönen Aussicht aus unserem Camper gestern Abend nichts mehr sehen konnten, bietet sich dafür heute beim aufwachen die umso schönere Aussicht. Die Sonne scheint und wir blicken direkt auf den Strand und aufs Meer hinaus (jedenfalls soweit es die dreckigen Fenster unseres Campers zulassen

Heute können wir unser Frühstück sogar draussen vor dem Camper essen. Nach dem Frühstück fahren wir die restliche Strecke nach Paihia. Nach dem vielen Programm in den letzten vier Wochen nehmen wir uns hier mal fünf Tage Zeit um ein wenig zu geniessen und ein paar Ausflüge zu machen, alles von hier aus, ohne mit dem Camper irgendwo hin zu fahren. Unser Campingplatz liegt ein wenig ausserhalb von Paihia, direkt an der Einmündung des Waitangi Rivers und gegenüber des Waitangi Treaty Grounds (wo der Vertrag von Waitangi zwischen der Britschen Krone und Häuptlingen verschiedener Maori Stämme unterschrieben wurde). Nach dem Mittagessen besuchen wir die Rezeption des Campings um für die nächsten Tagen einige Ausflüge zu buchen, alles was uns bis jetzt noch fehlt, wollen wir hier noch machen. Mit super Unterstützung der Mitarbeiterin des Campings buchen wir so eine Fishing-Tour, eine Segeltour, eine Delfin-Bebachtungstour (bei der man mit Glück auf mit Delfinen schwimmen kann) und ein traditionelles Maori-Nachtessen auf den Waitangi Treaty Grounds. Dann sind wir mal gespannt, was uns die nächsten Tage so erwartet. Nach diesem überaus erfolgreichen Besuch bei der Rezeption wollen wir uns nun noch das Städtchen ansehen, welches in 20 Minuten zu Fuss zu erreichen ist. Wir geniessen es nun einfach, hier viel Zeit zu haben. So schlendern wir ein wenig durch die Souvenirshops, trinken in einem schönen Lounge Cafe auf dem Wasser im Hafen einen Flat White und gönnen uns für den Rückweg noch ein Glace, heute lassen wir es uns richtig gut gehen.

So sieht auch das Programm für den Rest des Nachmittags und für den Abend aus, nur relaxen. Ausserdem wollen wir früh schlafen gehen, morgen müssen wir für die Fishing-Tour sehr früh aufstehen.

16. April – Coromandel Halbinsel und danach durch Auckland

Ursprünglich hatten wir geplant ein paar Tage auf der Coromandel Halbinsel, dem Naherholungsgebiet der Aucklander, zu verbringen. Wir wollten eine Fishingtour und Wanderungen machen. Allerdings haben wir dann festgestellt, dass hier nur Charter-Fischertouren angeboten werden, das heisst man geht nicht einfach mit einem Boot mit anderen Leuten mit, sondern mietet sich das Boot samt Crew für sich alleine, was dann entsprechend auch seinen Preis hat, welcher nicht ganz unserem Budget entspricht. Ausserdem sind für heute Gewitter angesagt, weshalb sowieso keine Touren stattfinden. Entsprechend ist unsere Stimmung zuerst ein wenig gedrückt, wir hatten uns einiges von der Coromandel Peninsula versprochen und nun hatten wir irgendwie bereits jetzt keine Lust mehr. Wir entschliessen uns noch den Walk zur Cathedral Cove zu machen und die Halbinsel dann bereits wieder zu verlassen. Von unserem Camping in Tairuna fahren wir ca. eine halbe Stunde bis nach Haihei, dem Ausgangspunkt des Walks. Mit einem Shuttle gehts vom Parkplatz zum Start des Walks, von wo aus man bereits die Cathedral Cove weiter unten am Meer sehen

Man kann sich gar nicht vorstellen, dass hier 40 Minuten Weg vor uns liegen sollen. Der Weg führt immer auf und ab durch einen schönen Wald, immer wieder gibts einen wunderschönen Ausblick aufs Meer und auf einzelne Buchten hinunter.

Als wir unten ankommen sind wir von der Cathedral Cove selbst ein wenig enttäuscht. Ist zwar ganz schön anzuschauen, aber schöne Fotos können wir davon wohl keine machen, weil ziemlich viele Leute im Bogen drin stehen und man somit mehr Leute als Bogen sieht. Trotzdem habe ich alles gegeben um ein Foto ohne Leute zu bekommen, dafür sieht man nur den halben Bogen.

Dafür ist der Strand ganz schön, wenn auch ebenfalls ziemlich voll. Dies ändert sich, als nach wenigen Minuten die ersten Regentropfen fallen. Plötzlich ist der Strand wie leergefegt und man kann immerhin davon schöne Fotos ohne andere Leute darauf machen, hat also durchaus auch so seine Vorteile so ein Regenschauer.

Wir verkriechen uns eine Weile unter einem Baum und machen uns (und vor allem unsere Rucksäcke und die Fotoausrüstung) Regenfest und warten, bis der Regen ein wenig nachlässt. Während des Wartens stellen wir fest, dass die Toilette hier wohl eine weitere Sehenswürdigkeit ist, nicht schlecht, die Aussicht, welche es hier vom stillen Örtchen aus gibt.

Leider sieht der Himmel auch nach einer Weile nicht so aus, als würde der Regen bald wieder aufhören (auch wenn unglaublich schnelle Wetterwechsel hier an der Tagesordnung sind). Deshalb machen wir uns im strömenden Regen auf den Rückweg. Bereits nach kurzer Zeit sind wir tropfnass. Und als wir wieder oben ankommen sind wir, abgesehen vom Oberkörper unter der Regenjacke, bis auf die Haut durchweicht. In den Schuhen haben sich richtige Pfützen gebildet. Trotz Regen ist unsere Stimmung aber ziemlich gut, denn trotz Regen ist es wenigstens nicht mehr so kalt wie zu Beginn unserer Nordinselzeit und wir frieren auch im T-Shirt nicht. Nachdem wir wieder trocken angezogen sind nehmen wir unsere heutige Strecke in Angriff. Eigentliches Ziel ist Paihia weiter nördlich an der Westküste. Da nun aber schon Mittag ist und bis Paihia einige Stunden Fahrt vor uns liegen wollen wir einfach so weit fahren wie wir mögen und den Rest dann morgen fahren. Nachdem wir die Coromandel Peninsula verlassen haben gehts weiter in Richtung Auckland. Je näher wir der Grossstadt kommen, um so dichter wird der Verkehr. Der Haupthighway nach Norden führt mitten durch Auckland. Dies hat zur Folge, dass wir hier zum ersten Mal auf unserer Reise, im Stau stehen. Allerdings haben wir ja keinen Stress und der Anblick der Stadt im Nachmittagslicht ist schon ziemlich beeindruckend. Wir sehen bereits den Skytower, den Hafen und die Aucklands Skyline. Bevor wir in 10 Tagen den Camper in Auckland abgeben und Neuseeland verlassen, werden wir vielleicht noch die Gelegenheit haben die Stadt auch noch näher zu erkunden. Am Abend erreichen wir dann unseren heutigen Camping in Ruakaka. Unser Stellplatz liegt wunderschön direkt am Strand, nützt heute aber nicht mehr viel, weils in der Zwischenzeit dunkel ist. Somit gibts nur noch Nachtessen und danach gehts ins Bett.

15. April – Hobbiton

Als wir heute aufwachen ist das Wetter, im Gegensatz zu gestern Abend, ziemlich Grau und verhangen. Allerdings ist es nun, auch bei solchem Wetter, wieder deutlich wärmer als die letzten Tage. Der Pullover reicht aus und somit ist es gefühlte 100 Schichten wärmer. Statt dem üblichen Müsli macht Bastian heute Morgen zum obligatorischen Kaffe (Cappuccino für mich, Espresso für Bastian, ja ich werde verwöhnt) mal Pfannkuchen mit Honig und Marmelade.

Vielleicht versucht Bastian mich so schon mal für unser heutiges Programm besänftigen zu können, welches doch eher auf ihn als auf mich zugeschnitten ist. Immerhin ist das doch schon mal ein super Start in den Tag. Nachdem wir den Camping verlassen haben machen wir erstmal noch kurz Halt bei einem der Surferstrände, die gesamte Bucht ist voll davon und es ist richtig spannend dabei zuzuschauen, wie sie auf die richtige Welle warten und anschliessend versuchen diese so lange wie möglich zu surfen.

Irgendwann können wir uns dann doch davon losreissen (Bastian wahrscheinlich des Programms, welches uns noch erwartet) und wir fahren von der Westküste in Richtung Ostküste. Wir haben für heute Mittag eine Tour am Hobbiton Filmset gebucht. Als wir beim Startpunkt der Tour ankommen, schlägts uns bereits fast wieder zurück vor lauter Touristen. Wie aber bereits auch schon an anderen Orten auf unserer Reise ist trotz des riesigen Touristenansturms alles extrem gut organisiert, uns wir ein Parkplatz zugewiesen und dann machen wir uns auf den Weg zum Ticket Center, da wir früher hier sind als erwartet werden wir sogar noch kurzfristig auf eine frühere Tour umgebucht. Schön organisiert (und fast „Tubalisicher“, was bei gewissen Touris gar nicht so unnötig ist) gibt es pro Abfahrzeit der Tour eine abgetrennte Schlange welche anschliessend in einen Bus verfrachtet wird. Auf der kurzen Busfahrt zum Set des „Auenlandes“ wird man mittels Videobotschaft von Regisseur Sir Peter Jackson begrüsst und erhält anschliessend noch einige kurze Infos über den Ort und die Dreharbeiten.

Dann gehts mit unserem Tourguide Kaleb durch das Auenland, immer wieder halten wir an, haben Zeit für Fotos und erhalten einige Zusatzinfos, beispielsweise dass einer der Bäume (oberhalb von Beutelsend) künstlich angefertigt wurde, in Taiwan 200‘000 Blätter dafür gemacht und dass Sir Peter Jackson dann vor dem Dreh die Farbe der Blätter nicht gefallen hat und alle einzeln anders angesprayt werden mussten. Auch das Set ist voller Besucher, was für die Fotos durchaus eine Herausforderung ist, soll ja aussehen als wären wir alleine da gewesen.

Wir sind beeindruckt davon, wie detailreich die einzelnen Häuser der Hobbits gefertigt sind, an jedes Detail wurde gedacht.

Und während unserer Tour zeigt sich sogar noch die Sonne, was die Hobbit-Häuser noch schöner aussehen lässt. In eines der Häuser können wir sogar kurz hineingehen und der Tourguide bietet allen an, noch ein Foto von ihnen vor der Türe zu machen. Er nimmt sich tatsächlich Zeit, mehrere Hoch- und Querformat Fotos aller Tourteilnehmer zu machen, man sieht aber, dass er das nicht zum ersten mal macht.

Am Ende der Tour gehts noch in den Grünen Drachen, wo wir, wieder sehr effizient ausgeschenkt, ein Bier erhalten.

Danach gehts mit dem Bus wieder zurück zum Besucherzentrum. Vor unserer Reise hatten wir ziemlich unterschiedliche Sachen über das Hobbiton Filmset gehört und gelesen, allerdings mehr negatives als positives. Dass der Besuch den Preis nicht wert sei (immerhin CHF 50 pro Person) oder dass es nicht viel zu sehen gäbe. Während Bastian alle Herr der Ringe und Hobbit Filme gesehen hat, habe ich mich immerhin vor über zehn Jahren (Bastian zu liebe) immerhin mal durch alle drei Herr der Ringe Filme gequält. Wir haben uns lange überlegt ob wir hingehen sollen, wurden dann aber von Bastians Mama dazu eingeladen, wenn wir dafür für sie ein Bier im Grünen Drachen trinken :-). Und wir sind uns einig, dass sich der Besuch definitiv gelohnt hat. Die Betreiber schaffen es, trotz Massenabfertigung (jeweils alle 10 Minuten hatte eine Tour gestartet), dass die Besucher so wenig wie möglich merken, dass es eine Massenabfertigung ist. Vielleicht lags auch an unserem super Tourguide, aber er hat uns mit Freude durch das Auenland geführt, und es hat sich keine Sekunde „heruntergespuhlt“ angehört, wie wir das an anderen Orten auch schon hatten, obwohl er die gleichen Geschichten bestimmt schon x-mal erzählt hat. Ausserdem hatten wir bei jedem Halt immer genügend Zeit Fotos zu machen, obwohl der Guide sicher immer unter Zeitdruck steht, die nächste Gruppe folgt ja bald. Auch beim Bierausschenken im Grünen Drachen ging alles extrem effizient. Und auch ich, ohne grossen Interesse an den Filmen, fand den Besuch echt schön und habe es ebenfalls genossen. Als wir wieder zurück beim Besucherzentrum sind sehen wir, das tatsächlich volle zwei Stunden vorbei sind, die sich definitiv nach viel weniger angefühlt haben.

Nach dieser super Erfahrung gehts nun weiter auf die Coromandel Peninsula. Die erste Nacht verbringen wir in Tairua an der Ostküste der Halbinsel. Da dies doch nochmals 2 ½ Stunden fahrt waren (welche natürlich ich gefahren bin, da ich im Grünen Drachen nur ein alkoholfreies Bier hatte), ist heute nur noch relaxen angesagt.