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Seraina

4. April – Überraschend sehenswerte Touristenattraktion

Heute ist das Wetter als wir aufstehen einigermassen freundlich und wir geniessen unser Frühstück ausnahmsweise mal draussen, wenn auch mit Jacke, die Kulisse hier ist einfach zu schön um den Kaffee im Camper zu trinken.

Nach dem Frühstück mit Aussicht machen wir uns auf dem Weg Richtung Westport und danach weg von der Küste in Richtung Nelson. Die Küstenstrasse zwischen Greymouth und Westport soll als eine der schönsten weltweit gelten und tatsächlich sind wir ziemlich beeindruckt von der wunderschönen Strecke, teilweise direkt am Meer, teilweise gefühlt mitten durch den Regenwald.

Wir finden es allgemein sehr spannend zu sehen, wie schnell sich die Vegetation hier verändert, einmal tiefer Regenwald, kurz darauf Nadelbäume oder beispielsweise in Wanaka richtig herbstliche, verfärbte Laubbäume. Auch die Landschaft hat immer wieder etwas Neues zu bieten, mal eine felsige Küste, dann wieder Sandstrand, mal kurvige Bergstrasse mit Blick auf Berge und kurz darauf wieder flache und gerade Strecken, langweilig wirds definitiv nicht.

Die erste Zwischenstation auf unserem Weg ist bereits kurz nach der Abfahrt bei den Pancake Rocks, wieder eine Touristenattraktion und unsere Erwartungen sind aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen mit solchen Orte (z.B. Moeraki Boulders) nicht übertrieben hoch. Die Pancake Rocks sind Steinformationen welche aussehen wie gestapelte Pfannkuchen. Dies alleine wäre ja hübsch anzusehen, aber noch nicht so speziell. Das tolle daran sind die Blowholes. Wasser drückt sich an zahlreichen Felsnase, in Höhen und Ausspühlungen und drückt zurückfliessendes Wasser und durchströmende Luft durch enge Rohren im Felsen, was oberhalb der Felsen als Blowholes sicht- und durch starkes Zischen in der Luft hörbar wird. Hier zeigt sich die Kraft der Tasmansee. Wir hätten noch ewig zuschauen können, können uns aber dann doch losreissen, bevor es beginnt zu regnen und fahren weiter.

Nächster Halt (neben einigen Fotostopps am Strassenrand) ist eine Seehundkolonie kurz vor Westport. Auch hier könnten wir wieder ewig zuschauen, wie die jungen Seehunde unbeholfen über die grossen Steine hüpfen.

Anschliessend gehts weiter, weg von der Küste, in Richtung Abel Tasman Nationalpark. Da die gesamte Strecke für heute zu weit ist, übernachten wir unterwegs auf einem Campingplatz in Murchison. Direkt am Fluss, damit Bastian wiedermal ein wenig fischen kann.

3. April – Und weiter gehts mit Regen

Was für eine laute Nacht, seit dem Abend hats immer wieder stark geregnet, zwischendurch noch kombiniert mit starken Gewittern. Unsere Sachen von gestern sind im Camper natürlich kein Stück getrocknet und die Fenster sind stark angelaufen. Trotzdem erkennen wir, dass es wenigstens ein klein wenig freundlicher scheint als noch in der Nacht. Ursprünglich hatten wir den Camping in Okarito ausgesucht um direkt am Morgen früh eine Bootstour durch die Lagune zu machen. Aber bereits gestern hatten wir erfahren, dass das Wetter keine Tour zulassen würde. Und so machen wir uns wenigstens noch kurz zu Fuss auf den Weg, die Gegend ein wenig zu erkunden, nachdem wir am Vorabend nach unserer Ankunft den Camper kaum mehr verlassen hatten. Und siehe da, wir haben da ein echt schönes Fleckchen Erde gefunden mit riesigem Strand und vielen verschiedenen Vögeln.

Auch Kiwis solls hier im Busch haben, haben wir aber leider nicht gesehen.

Trotzdem machen wir uns auf den Weg, weiter Richtung Norden. Immer wieder fahren wir im Regen, zwischendurch gibts aber auch immer wieder mal ziemlich sonnige Abschnitte. Unseren heutigen Mittagshalt machen wir in Hokitika, schon der Name des Ortes hat uns gefallen.

Am Strand geniessen wir unser Sandwich, dann gehts weiter zum heutigen Highlight (jedenfalls für mich), dem National Kiwi Centre in Hokitika. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir Kiwis in freier Natur zu sehen bekommen scheinen doch ziemlich klein zu sein, also wollen wir diese Chance nutzen, überhaupt echte Kiwis zu sehen. Das Center ist zwar ziemlich klein, uns reichen aber auch die zwei Kiwis, welch in einem abgedunkelten Terrarium zuhause sind und munter hin und her spurten. Sie sind viel grösser, als ich sie mir vorgestellt hatte und sehen irgendwie komisch aus, so ohne Flügel. Aber für mich hat sich der Besuch definitiv gelohnt.

Weiter gehts zum heutigen Campingplatz kurz nach Greymouth in Rapahoe. Diesmal haben wir wiedermal ein echtes Schmuckstück erwischt, direkt am Strand, die Aufteilung und Einrichtungen irgendwie sehr eigen, aber deshalb auch speziell. Leider wurde der Camping in den letzten zwei Monaten von zwei Zyklonen heimgesucht und ist deshalb ein wenig unordentlich, was uns aber kein Bisschen stört. Wir nutzen den schönen Strand für einen kleinen Spaziergang, danach tobt sich Bastian ordentlich mit der Drohne und er Kamera aus.

2. April – Im Regen der Westküste entlang

Als wir aufwachen hören wir bereits den Regen auf das Camperdach prasseln. Aber die Westküste ist bekannt für ihren Regenreichtum, die feuchte Luft kommt von der Tasmansee her zu den Südalpen und regnet sich dann dort aus. Kein wunder ist hier alles so grün und überall Regenwald. Wir lassen uns aber vom Wetter sowieso nicht beirren und fahren der Westküste entlang in Richtung Norden. Beim Fox Glacier machen wir einen kurzen Tankstop und erhalten hier sogar tatsächlich noch «Ad blue». Wir hatten das zwar bereits vor einigen Tagen in Invercargill auffüllen lassen, aber die Meldung war wurde immer noch angezeigt (von den anfänglich 2’400 km waren bereits nur noch 1’300 Rest-km übrig und die nächste grössere Stadt noch einige 100 km entfernt) und der Mitarbeiter der Assistance meinte, vielleicht sei der Tank nicht ganz gefüllt worden, wir solle nochmals nachfüllen, nun haben wir endlich die Gelegenheit, eine Tankstelle mit «Ad blue» und passendem Adapter für unseren Tank. Und tatsächlich, als wir den Tank bis zum Rand gefüllt haben verschwindet die Meldung endlich. Hätte man ja auch von Anfang an so haben können. Nun sind wir aber froh, uns nicht mehr darum kümmern zu müssen. Weiter gehts zum Franz Josef Glacier. Hier wollen wir einen Walk zum Fuss des Gletschers machen und vom Regen lassen wir uns sicher nicht aufhalten. Dick eingepackt machen wir uns auf den Weg, lange gehts nicht, bis wir, abgesehen vom Teil unter der Regenjacke, komplett nass sind.

Auch der Muskelkater von Roys Peak quält uns immer noch. Im Eiltempo spurten wir zum Gletscher, dank des Regens sieht man leider nicht wahnsinnig viel, immerhin erkennt man mit ein wenig Fantasie, dass hier ein Gletscher zu sehen ist.

Zurück gehts eben so schnell und beim Camper angekommen ziehen wir erstmals all die tropfnassen Kleider aus und ziehen uns trocken an, schon viel besser. In Franz Josef wollen wir eigentlich noch in ein Wildlife Center, in welchem unter anderem Kiwis zu sehen sind. Als wir die happigen Eintrittspreise sehen, sind wir dann allerdings nicht mehr so motiviert und beschliessen stattdessen, es uns in den warmen Pools des Glacier Hot Pools ein wenig gutgehen zu lassen. So packen wir die Badesachen ein (wie praktisch wenn man immer den ganzen Kleiderschrank mit sich herumfährt) und legen uns in die warmen Pools, ist zwar auch nass, wärmt aber wunderbar auf und tut auch dem Muskelkater gut. Es gibt drei Pools mit unterschiedlichen Temperaturen, welche wunderschön in den Regenwald hineingebaut sind.

Nach der Entspannung fahren wir weiter nach Okarito, einem kleinen Goldgräberstädchen mit nur sehr wenigen Einwohnern und einer ornithologisch sehr interessanten Lagune. Von dieser bekommen wir heute aber nicht mehr viel zu sehen, es regnet weiterhin und so machen wir uns einen gemütlichen Restnachmittag mit Kaffee, Tee und Chips und versuchen unsere Kleider trotz Regen irgendwie wieder trocken zu bekommen.

1. April – Über die Südalpen an die Westküste

Als wir am Morgen aufwachen schaffen wir es fast nicht aus dem Schlafsack zu kriechen. Einerseits ist es brutal kalt im Camper (wie wir später feststellen ist sogar die Zahnpasta fast eingefroren, wir sind eben doch in den Bergen), andererseits haben wir von unserer Wanderung gestern einen solchen Muskelkater, dass jede Bewegung der Beine schmerzt. Zum Glück darf ich, wie fast jeden Tag, einen Kaffee geniessen, bevor ich aufstehe. Bastian hat da weniger Glück, irgendjemand muss den Kaffee schliesslich kochen :-).

Bevor wir Wanaka verlassen besuchen wir noch den Wanaka Tree. Dabei handelt es sich um einen Baum, welcher im Wasser des Lake Wanaka steht und es aus irgendwelchen Gründen zu grosser Internetbekanntheit gebracht hat. Wenn wir schon daran vorbeifahren, lassen wir uns die Chance dann doch nicht entgehen und steigen aus. Fast sehenswerter als den Baum finden wir allerdings die vielen Touristen, welche sich am Ufer vor dem Baum tummeln und auf alle möglichen Arten Fotos von diesem grandiosen Baum machen. Einige Fotografen haben sich sogar mit Stativ sitzend am Ufer platziert und wir fragen uns, ob wir irgendwas verpasst haben und sind uns fast sicher, dass dieser Baum in wenigen Minuten damit beginnen muss zu tanzen oder zu singen, anders lässt sich das mit diesen Fotografen nicht erklären.

Nach diesem Touri-Erlebnis beim Wanaka Tree starten wir die heutige Fahrt. Die schöne Strecke führt zuerst entlang des Ufers des Lake Hawea und dann nochmals am Ufer des Lake Wanaka entlang. Das Wetter perfekt und wir geniessen die Fahrt und die schöne Aussicht deshalb sehr. Über den Haast Pass überqueren wir anschliessend die Südalpen, um zur Westküste zu gelangen, wobei wir uns unter Pass irgendwie etwas anderes vorgestellt hatten. Auf dem Pass machen wir einen kurzen halt, um einen kurzen Walk zu den Blue Pools zu machen. Hört sich ziemlich spektakulär an, und der 20 Minütige Weg dahin durch den Regenwald ist eigentlich auch ganz schön (nur der Muskelkater macht sich ziemlich stark bemerkbar).

Als wir bei den Blue Pools ankommen sind wir dann aber ein wenig enttäuscht, es handelt sich dabei um einen Fluss, welcher sich an einem Ort in einer Art Pool ein wenig sammelt.

Immerhin hatten wir so noch ein wenig Auslauf. Weiter gehts mit dem Camper den Haast Pass hinunter. Diese Strecke erinnert uns schon ein wenig mehr an einen Pass, wie wir ihn kennen. Die Strecke führt uns gefühlt mitten durch den Regenwald. Nach einer Kurve habe wir plötzlich, völlig unerwartet eine Ebene mit einem breiten Fluss vor uns und blicken auf einen riesigen Gebirgszug mit Gletscher oben drauf, wirklich sehr spektakulär. Kurze Zeit später machen wir einen Drohnenstop, um einige Aufnahmen des Haast River zu machen, es sieht sehr idyllisch aus hier. Als die Drohne in der Luft ist hören wir plötzlich einen riesigen krach und schon sehen wir Jet Boote um die Kurve schiessen, so viel zu Idylle, gehört aber wohl auch dazu. Ausserdem siehts auch noch ganz spassig aus. Kurze Zeit später erreichen wir auch schon die Westküste. An Haast vorbei gehts weiter der Westküste hinauf zu unserem nächsten Übernachtungort, unserem ersten okay2stay Platz. Schon von zuhause aus hatten wir eine einjährige Mitgliedschaft bei okay2stay gekauft. Die Idee dahinter ist, dass man sich als Mitglied mit dem Camper kostenlos auf das Land von Farmern oder ähnlichem stellen kann und dafür in ihrem Farmladen einkauft. Da wir sowieso gerne Neuseeländische Produkte ausprobieren, immer Freude daran haben solche Produkte direkt beim Produzenten zu kaufen und wir uns dadurch auch noch mehr Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung versprochen haben, war das eine super Gelegenheit für uns. Und so treffen wir nun bei unserem ersten okay2stay Host, einer Lachsfarm ein (was gibt es besseres für mich als Lachsliebhaberin?). Die Farm ist klein aber ganz hübsch gelegen, wir kaufen uns rohen und geräucherten Lachs und können sogar noch Lachse füttern.

Irgendwie hatten wir uns einen okay2stay-Aufenthalt ein wenig anders vorgestellt, wir dürfen uns auf den Parkplatz stellen und dort übernachten, aber richtig in Kontakt kommen wir hier mit niemandem, mal schauen wies beim nächsten Versuch läuft. Wir geniessen aber die Ruhe hier, ohne Handyempfang oder Internet. Während ich es mir mit meinem eBook Reader im Camper gemütlich mache nutzt Bastian den Bach vor dem Camper um noch ein wenig zu fischen (in den Pools der Lachsfarm ist fischen ausdrücklich verboten ;-)!). Den Lachs, den wir gekauft haben gibts am Abend aber direkt zum Znacht und er ist wahnsinnig gut, so gut dass wir uns vornehmen morgen vor der Weiterfahrt gleich nochmals ein Stück zu kaufen.

Frohe Ostern auf Neuseeländische Art, da Hasen hier eingeschleppt und deshalb nicht so beliebt sind, gibts als Alternative Osterkiwis:

In der Zwischenzeit hat Bastian einen kleinen Film unserer ersten Woche in Neuseeland zusammengeschnitten:

31. März – Roys Peak

Nachdem wir in den letzten Tagen eher kleiner Spaziergänge unternommen haben, wollen wir heute endlich unsere erste ein wenig grössere Wanderung unternehmen. Da wir gehört hatten, dass am Aussichtspunkt des Roys Peak jeweils ziemlich viel los sein soll, wollen wir am Morgen früh starten und stellen dafür ausnahmsweise sogar den Wecker. Nach einem kurzen Frühstück im Bett (ich hatte den Kaffee bitter nötig, um überhaupt wach zu werden). Als wir beim Parkplatz für den Track zum Roys Peak ankommen zieht gerade eine Regenwand an. Wir entscheiden uns spontan, doch zuerst einzukaufen und wiedermal in die Autowerkstatt zu fahren (wir kämpfen immer noch mit „Ad blue“, die Warnung war nach dem Auffüllen nicht verschwunden) und zu hoffen, dass das Wetter danach besser ist. Als wir alles erledigt haben fahren wir wieder zum Parkplatz und tatsächlich sieht das Wetter nun deutlich besser aus. Beim Start ist angeschrieben, dass die Wanderung 6 Stunden dauert, eigentlich nicht gerade das, was ich mir unter einem gemütlichen Einstieg vorstelle, aber da muss ich jetzt wohl durch. Die ersten Kilometer sind extrem steil und wir irgendwie weniger gut im Training als auch schon.

Natürlich beissen wir aber durch und geben ordentlich Gas, wir sind nicht die einzigen die ein wenig leiden und uns gehts immer noch deutlich besser als anderen, welche wir unterwegs überholen. Beim Aussichtspunkt angekommen (wir haben am Schluss festgestellt, dass es bis zum Roys Peak noch ein kleines Stück weitergegangen wäre, aber der Aussichtspunkt war, was wir uns vorgestellt hatten) gönnten wir uns erstmal einen Zmittag, die Aussicht über den Lake Wanaka von hier oben ist unglaublich.

Danach war Fotoshooting/Drohnenshooting angesagt. Tatsächlich muss man, je nach Zeitpunkt anstehen um Fotos beim Aussichtspunkt machen zu können. Wir legen uns also einen Plan zurecht um unsere Zeit vorne möglichst effizient nutzen zu können. Als wir an der Reihe sind, gehst dann ziemlich schnell, was gar nicht so einfach ist mit Drohne, zwei verschiedenen Kameras, GoPro und iPhones. Bastian hat kürzlich bei der Drohne die Funktion des „Dronies“ entdeckt (Drohne startet wie beim Selfie und fliegt dann, mit gleichem Fixpunkt immer weiter weg), unglaublich dämlich aber deshalb um so lustiger und der Aussichtspunkt natürlich der perfekte Ort dafür.

Danach gehts wieder runter, in die Richtung gehts deutlich leichter. Nun können wir auch die schöne Aussicht, welche man während der ganzen Strecke hat, deutlich besser geniessen als beim Weg hoch. Zum Schluss geht dann aber auch der Weg runter doch noch ordentlich in die Oberschenkelmuskeln. Zurück beim Camping ist dann nur noch relaxen angesagt.

30. März – Erste Herr der Ringe Drehorte

Am Morgen starten wir auf der Alpine Scenic Route entlang des Lake Wakatipu bis nach Queenstown. In der Zwischenzeit hat das Osterwochenende begonnen und es ist somit mit vielen Leuten zu rechnen. Irgendwie haben wir da so gar keine Lust auf einen grösseren Ort wie Queenstown. Wir fahren deshalb daran vorbei weiter nach Arrowtown, einem kleinen Goldgräberstädtchen. Als wir unseren Spaziergang durch das Städtchen starten fühlen wir uns wie im wilden Westen, irgendwie ganz anders als wir es erwartet hätten, aber wirklich hübsch.

Weils überall so gut riecht gönnen wir uns in einem Pub mit schönem Garten noch einen feinen Zmittag, wiedermal Fish and Chips.

Danach gehts für Bastian zu einem der vielen über ganz Neuseeland verteilten Drehorte von Herr der Ringe. Mit ganz viel Fantasie erkennt man den Ort einer Szene wieder. So in Echt siehts irgendwie deutlich freundlicher aus im Film.

Nach dem Sightseeing möchte Bastian noch ein wenig fischen. Eigentlich hatte er sich dafür einen See in der Nähe ausgesucht, als wir beim Camper ankommen um weiterzufahren sehen wir aber, dass direkt hinter dem Parkplatz ein schöner Fluss ist, an welchem ich mich ein wenig in die Sonne setzen kann, während Bastian fischt. Nach einer knappen Stunde ohne Erfolg gibt Bastian auf und wir machen uns auf den Weg über eine schöne Bergstrecke nach Wanaka. Ausnahmsweise haben wir den Campingplatz dieses mal bereits gestern für zwei Nächte reserviert, die Tankwartin bei unserem letzten Tankstopp hatte uns darauf hingewiesen, dass es über Ostern in Wanaka schwierig werden kann einen freien Campingplatz zu finden. Zusätzlich zum verlängerten Wochenende findet in Wanaka das ganze Wochenende über eine Flugshow mit alten Militärflugzeugen statt. Bei der Ortsdurchfahrt ist tatsächlich alles komplett vollgestellt mit Autos. Unser Camping, ein Stück ausserhalb Wanakas in Glendhu Bay ist ein wenig ruhiger gelegen, direkt am See, allerdings auch ziemlich gross. Normalerweise definitiv nicht unsere erste Wahl, da uns hier zu viel läuft, aber die Lage direkt am See ist wunderschön. Ausserdem sind wir auf diesem Camping nahe am Ausgangspunkt einer Wanderung gelegen, welche wir morgen machen möchten. Das Wetter ist grossartig, eigentlich ist Wanaka ein Wintersportort, aber wir haben nun einen wunderschönen Spätsommertag erwischt. Im Lake Wanaka baden ist uns im Gegensatz zu einigen Kindern hier definitiv zu kalt, ist eben doch eher ein Bergsee. Allerdings können wir nach einigen kalten Tagen im Süden wiedermal unsere Sommerkleider auspacken.

29. März – Bastians Geburtstag

Heute ist Bastians 29. Geburtstag. Als wir vor einiger Zeit mal darüber gesprochen hatten und weil wir gehört hatten, dass Neuseeland eine gute Frühstückskultur haben soll, hatte Bastian sich gewünscht, an seinem Geburtstag sein Lieblingsfrühstück Egg Royal (Pochiertes Ei auf englischem Muffin mit Spinat, Rauchlachs und Sauce Hollondaise) zu essen. Wir wussten ja nicht, wann wir wo sein würden und haben uns deshalb nicht all zu grosse Hoffnungen gemacht, an einem solch abgelegenen Ort an ein solches Frühstück zu kommen. Als wir gestern an der Rezeption des Campings waren, haben wir dann aber auf der Frühstückskarte gesehen, dass genau hier ein solches Frühstück serviert wird, auf unserem ersten Campingplatz mit Restaurant, am gefühlt abgelegensten Ort! Heute hiess es deshalb trotz Geburtstag sehr früh aufstehen und Bastian hat tatsächlich sein Geburtstagsfrühstück erhalten, so fängt der Tag gut an.

Auf neun Uhr hatten wir dann eine Bootstour auf dem Milford Sound gebucht. Wir hatten gehört, dass die ersten Touren morgens noch nicht ganz so überlaufen sein sollen, da die ersten Touristenbusse aus Queenstown und Te Anau erst später ankommen. Und tatsächlich, der Andrang hielt sich, in Anbetracht der ca. 5 riesigen Boote, welche fast gleichzeitig ausliefen, einigermassen in Grenzen. Beim Milford Sound handelt es sich um einen der Neuseeländischen Fjords und ist von steilen, sehr begrünten Bergen umgeben. Es regnet 7 Meter pro Jahr und die Region ist somit die zweitregenreichste der Welt.

Wir haben ziemliches Wetterglück, in der Nacht hat es geregnet und die Wasserfälle führen deshalb Wasser.

Trotzdem ist es während unserer gesamten Tour trocken und zwischendurch blitzt sogar die Sonne durch, die Wolken, welche an den Bergen hangen, machen das Ganze noch ein wenig mystischer. Unterwegs sehen wir einige Delfine und Seehunde.

Nach der Bootstour machen wir uns auf den Weg zurück nach Te Anau und von dort weiter Richtung Queenstown. Wir entscheiden spontan, diese Nacht in Kingston am Lake Wakatipu zu verbringen und uns Queenstown am nächsten Tag auf der Durchfahrt nach Wanaka zu besichtigen.

28. März – Weiter zum Milford Sound

Heute haben wir nur eine kurze, dafür aber spektakuläre Strecke vor uns. Wir starten auf der Milford Road in Richtung Milford Sound. Zwischendurch machen wir einen Mittagsstopp am Lake Gunn, beim Tankstopp in Te Anau gestern hatte der Tankwart Bastian erzählt, dass es dort einen guten Fischerspot gibt. Aber auch sonst ist der See einen Besuch wert. Das Wasser ist glasklar und kurz nach unserer Ankunft gibt es für einen noch höheren Kitschfaktor sogar noch einen Regenbogen über den See.

Während ich es mir mit einem Buch im Camper gemütlich mache sehe ich plötzlich Bastian zum Camper spurten, er hat tatsächlich einen Fisch gefangen und dann erst noch einen ziemlich grossen. Für unseren Znacht ist somit gesorgt

Nach diesem erfolgreichen halt fahren wir weiter über den Homer Pass und den einspurigen Homer Tunnel nach Milford Sound.

Hier ist man wirklich ab vom Schuss, es gibt weder Handyempfang noch Tankstelle, Internet wäre nur über Satellit möglich. Für die Nacht haben wir ausnahmsweise vor zwei Tagen einen Campingplatz vorgebucht. In der näheren Umgebung gibt es nur einen Campingplatz und wir wollen morgen früh einen Bootstour machen, so lohnt sich für uns auch dieser ziemlich teuere Campingplatz. Als wir da sind stellen wir fest, dass der Camping zwar teuer, dafür aber auch verhältnismässig luxuriös ist, sogar ein Restaurant gibts hier. Wir verzichten aber auf das Restaurant und essen unseren frischen Fisch zum Znacht. Nach dem Znacht machen wir nochmals einen Spaziergang zum Fjord Milford Sound, nun wenn die meisten Touristen mit ihren Bussen wieder abgefahren sind ists hier deutlich ruhiger und friedlicher.

27. März – Richtung Fjordland

Nun sind wir bereits eine Woche mit dem Camper unterwegs. Wir sind in der Zwischenzeit ein eingespieltes Camper-Team. Die Abläufe sitzen immer besser, vor der Abfahrt alles festmachen und schliessen, am Abend das Bett ausfahren, morgens wieder einfahren. Und es hat durchaus seine Vorteile, die ganze Wohnung immer bei sich zu haben. Kein lästiges Toilettensuchen, am Mittag gut ausgerüstet einen kleinen Snack zubereiten können oder sich jederzeit umziehen zu können, wenn das Wetter wechselt (was hier durchaus häufiger vorkommt). Im Moment sind wir immer noch ein wenig dabei festzustellen, was besser funktioniert und was weniger, aber wir haben ja noch einige Wochen vor uns um zu üben. Wir starten den Tag mit einem Kaffee im Bett mit Aussicht auf den Strand.

Als es zu regnen beginnt beschliessen wir aber möglichst schnell loszufahren. Wir fahren Richtung Milford Sound und wollen irgendwo zwischen Te Anau und Milford Sound übernachten um am nächsten Tag zum Milford Sound weiterzufahren. In Te Anau machen wir einen Mittagsstop im Bird Sanctuary, wo man verschiedene einheimische Vögel anschauen kann, welche sich verletzt hatten und deshalb nicht mehr in Freiheit leben können. Hier erhalten wir auch erstmals einen Blick auf den Lake Te Anau, den grössten See der Südinsel. Nach der Mittagspause gehts weiter ins Städtchen, nochmals auftanken (Tankstellen sollen hier dünn gesäht sein) und dann gehts weiter zum Campingplatz. Wir übernachten auf einem DOC-Camping, einem staatlichen Camping ohne grosse Einrichtung, nur mit Plumpsklo. Der Camping ist am Henry Creek in einem Wald direkt am Lake Te Anau gelegen.

Bastian nutzt die Lage am See und probiert endlich sein Fischer-Equipment aus während ich ein wenig die Aussicht auf den See geniesse. Unglaublich wie viele verschiedene Wetterlagen in verschiedenen Schichten sich von hier aus beobachten lassen. Schon nach wenigen Minuten hat Bastian den ersten Fisch am Haken, leider zu klein also darf er weiter schwimmen und wir essen zum Znacht Pasta statt Fisch.

26. März – Monkey Island

Wir verabschieden uns vom schönen Strand und den Delfinen in Curio Bay. Bevor wir in die Fjordlands fahren nutzen wir die Gelegenheit in der letzten grösseren Stadt, Invercargill noch einige Besorgungen zu machen. Wir rüsten uns mit einiger warmer Merinokleidung ein und Bastian kauft sich eine Fischerausrüstung um die wunderschönen Gelegenheiten zum Fischen in den Seen und Flüssen Fjordlands nutzen zu können.

In unserem Camper ist vor einiger Zeit die Warnmeldung „Ad blue“ angegangen. Gemäss der Auskunft der Camper-Assistance muss das „Ad blue“ (Harnstoff für Dieselfahrzeuge) innerhalb der nächsten 2‘500 aufgefüllt werden, kann also beim nächsten Tankstop gemacht werden. Damit beginnt unsere Odyssee durch Invercargill: erste Tankstelle > zweite Tankstelle > Motorshop > Suche durch das Industriegebiet > VW-Garage > Mitsubishi-Garage > nochmals die gleiche VW-Garage, da wurden wir dann tatsächlich fündig. Als der Mechaniker dann auch endlich noch den „Ad blue“-Tank gefunden hat, kann die Flüssigkeit nachgefüllt werden.

Und so machen wir uns nach etwa zwei Stunden Suche nach „Ad blue“ endlich auf den Weg zu unserem heutigen Campingplatz „Monkey Island“, einem kostenlosen Campingplatz direkt am Strand. Ausgewählt hatten wir den Camping ursprünglich nur wegen seinem Namen, so heisst ein Computerspiel, welches Bastian seit seiner Kindheit immer wieder mal spielt. Aber die Auswahl hat sich gelohnt, unglaublich die Aussicht.

Zum ersten Mal sind wir nun auf einem Camping ohne Strom und sonstige Einrichtungen wie Toilette, Küche etc. Deshalb schmeissen wir nun erstmals den Boiler an und naja, funktioniert nicht ganz wie gewünscht, plötzlich ist unser ganzer Wasservorrat im Boiler statt im Wassertank und kommt dort auch nicht mehr raus. Hätte man wohl besser mal vorher ausprobiert, hinterher weiss man es immer besser. Abwasch geht auch mit Frischwasser aus dem 10 Liter Kanister und mit aufgekochtem Wasser. Nach der idyllischen Aussicht am Abend wird die Nacht eher ungemütlich, unser Camper steht ziemlich exponiert und die Nacht ist eher stürmisch, unser Camper wird ordentlich durchgerüttelt, sodass man fast Seekrank wird. Damit nochmals eine neue Camper-Erkenntnis: immer schauen, dass der Platz für den Camper schön windgeschützt ist.