9. April – Nächste Herr der Ringe Drehorte

Nach den letzten Tagen mit einigem Programm gönnen wir uns heute mal wieder einen gemütlicheren Tag mit nur kurzen Fahrstrecke. Von Wellington aus starten wir zuerst in Richtung Hutt Valley, welches direkt hinter Wellington beginnt. Dort besuchen wir den nächsten Herr der Ringe Drehort, beziehungsweise Bastian besucht den Ort, während ich es mir mit meinem e-Book Reader im Camper gemütlich mache. Danach gehts bereits zu unserem heutigen Campingplatz im Kaitoke Regional Park. Der Camping wurde uns von den Campingplatzbesitzern in Okarito empfohlen und es hat sich gelohnt. Der Camping ist am Rand eines Regional Parks gelegen und wird vom DOC (Departement of Conservation) geführt. Über eine riesige Fläche verteilt befinden sich einem Fluss entlang, schön durch Bäume und Gebüsche abgetrennt viele verschiedene Grasflächen, auf denen man campen kann. Der Campingplatz ist aber fast leer und so fühlen wir uns fast wie alleine in der Natur.

Ein weiteres Highlight für Bastian, nur eine halbe Stunde zu Fuss entfernt befindet sich ein weiterer Herr der Ringe Drehort. Auch der Spaziergang alleine lohnt sich schon, dem Fluss entlang durch den Regenwald, fühlt sich gut an nach einem Tag in Wellington. Gedreht wurden hier die Szenen in Bruchtal (Rivendell), im Gegensatz zu den bisherigen Drehorten die wir besucht hatten, wird hier mit Tafeln erklärt, wo welche Szene gedreht wurde bzw. wie der Ort hier aufgebaut war. Das einzige, was man aus dem Film aber tatsächlich sieht, sind zwei Bäume (welche tatsächlich auf der Karte eingezeichnet sind!). Der Hintergrund für die Szenen wurde in Fjordland gedreht, die Häuser wurden wieder abgebaut. Hätte also irgendwie auch an jedem x-beliebigen Ort im Neuseeländischen Regenwald gedreht worden sein können. Immerhin ein Tor steht noch, ist allerdings eine halb so grosse Nachbildung im Vergleich zum Tor aus dem Film.

Wenigstens hat sich der Spaziergang für die schöne Umgebung gelohnt.

Wieder zurück beim Camper nutzt Bastian die Nähe zum Fluss noch um ein wenig zu fischen, während ich es mir wiedermal mit meinem e-Book Reader im Camper gemütlich mache.

In der Zwischenzeit ist auch das Video unserer zweiten Neuseelandwoche fertig:

8. April – Goodbye South Island

Bereits um viertel vor 6 klingelt heute unser Wecker. Wir freuen uns schon jetzt darauf, wenn wir morgen endlich wiedermal ausschlafen können. Wir quälen uns irgendwie aus dem Bett und verzichten heute der Zeit zuliebe sogar auf unseren Kaffee. Kurz darauf gehts dann auch schon los zum Fährterminal der Bluebridge Fähre. Als wir unseren Camper in der Fähre parkiert haben gehts hinauf aufs oberste Deck, Deck 10, ein riesiges Teil diese Fähre. Gespannt beobachten wir das Treiben rund um die Fähre, beladen, Rampe hochfahren, Taue losbinden und dann gehts los.

Eigentlich hatten wir gehofft, dass wir für die Fährüberfahrt schönes Wetter haben, denn die dreistündige Fahrt hat einiges zu bieten. Leider ist das Wetter eher unbequem, windig, zwischendurch regnet es sogar leicht, dick einpacken ist also angesagt. Allerdings hatten wir gelesen, dass man während der Fahrt durch drei Mikroklimas fährt, es besteht also noch Hoffnung, dass Wetter unterwegs besser wird. Die erste Stunde der Fahrt führt durch den Queen Charlotte Sound und den Tory Channel bevors durch die Cook Strait nach Wellington geht.

Auch wenns ziemlich frisch ist bleiben wir während der ganzen drei Stunden der Fahrt auf dem Aussendeck und geniessen die Fahrt. Vom Schiff auf den Ozean zu schauen und ab und zu einen Delfin, Seehund oder Albatross zu beobachten wird uns einfach nie langweilig.

Bei der Einfahrt in Wellington erhaschen wir dann sogar noch die ersten Sonnenstrahlen. Nachdem auf der Südinsel die Städte doch eher ziemlich klein und ländlich waren (mit Ausnahme von Christchurch und Dunedin) sind wir ziemlich überrascht, als wir die Skyline von Wellington sehen, sieht richtig nach Grossstadt aus.

Nach der Ankunft der Fähre fahren wir direkt zum heutigen Campingplatz, welchen wir uns gestern Abend noch ausgesucht hatten. Direkt ausserhalb der Stadt, so dass wir uns die Stadt noch ein wenig anschauen können, aber trotzdem ein wenig ausserhalb sind. Mit dem Linienbus gehts danach ins Stadtzentrum, wo wir uns als erstes das Neuseeländische Nationalmuseum „Te Papa“ ansehen. Der Eintritt ist zu unserem Erstaunen kostenlos und das Museum ist riiiiiesig und verteilt sich über 6 Stockwerke. Wir lassen den Teil der Kriegsgeschichte aus und begnügen und mit dem Teil über die Maori-Kultur, wo auch verschiedene kunstvolle Schnitzereien und andere Werke verschiedener Maoristämme ausgestellt sind. Von der Aussichtsterrasse des Museums aus sehen wir dem Meer entlang verschiedene Foodtrucks und wissen somit schon, wo unser Weg als nächstes hinführt. Nachdem wir unseren Hunger an einem Sri Lankischen Foodtruck gestillt haben gehts weiter zur „Shopping-Meile“, ein bisschen Shopping darfs ja dann doch mal sein (dass heute Sonntag ist interessiert hier bezüglich Öffnungszeiten scheinbar niemanden). Als wir dort sind ist die Motivation dann aber doch eher mässig und so machen wir uns nach einer Weile wieder auf den Weg zurück zum Camper. Wir sind froh, uns in Wellington einmal umgesehen zu haben und Wellington hat uns gut gefallen, aber wie schon in Dunedin hat ein Nachmittag gereicht und wir freuen uns nun wieder auf Orte an denen es ein wenig ruhiger zu und her geht und ein wenig mehr die Natur im Vordergrund ist.

7. April – Wandern im Abel Tasman Nationalparkk

Und wieder müssen wir früh aufstehen. Wir haben nochmals eine Nacht in Marahau verbracht und haben für heute eine kleine Wanderung im Abel Tasman Nationalpark geplant. Da es nicht möglich ist in den Nationalpark zu fahren, ist die beste Möglichkeit sich mit dem Water Taxi irgendwo an der Küste absetzen zu lassen und danach zurückzulaufen oder ein Stück zu gehen und sich dann an einem anderen Ort wieder abholen zu lassen. Da wir heute Nachmittag bereits weiterfahren möchten haben wir uns eine Kombination gesucht, bei welcher wir bereits nach dem Mittag wieder zurück in Marahau sind. Wir starten also um 9 Uhr mit dem Water Taxi. Bereits der Start ist einigermassen spektakulär, man steigt zwar direkt ins Boot, allerdings befindet sich das nicht im Wasser sondern auf dem Anhänger eines Traktors. Auf dem Anhänger wird man dann zum Strand gefahren und das Boot dort ins Wasser gelassen.

Als wir dann im Wasser sind starten wir unsere Fahrt in Richtung Norden, immer wieder gibts kurze Stopps mit Erklärungen und Erzählungen zur Gegend, wirklich interessant. Bei der Torrent Bay steigen wir dann aus und starten unsere heutige kurze Wanderung. Da Ebbe ist können wir den ersten Teil unserer Strecke auf der kurzen Route über den Strand zurücklegen. Trotz Ebbe haben wir am Schluss doch nasse Füsse, ganz trocken ist der Weg auch so nicht und zwischendurch stecken wir auch schon mal ziemlich tief mit unseren Füssen im Watt, ist mal eine neue Erfahrung :-)! Nach einer halben Stunde erreichen wir Anchorage Bay, wo uns das Water Taxi drei Stunden später wieder abholen wird.

Von Anchorage Bay aus machen wir dann noch einen Rundweg durch den Wald, welcher uns zu einem Aussichtspunkt auf einer Halbinsel vor Anchorage Bay führt.

Der Rückweg führt an einem wunderschönen Strand vorbei, wo wir unseren Mittagshalt einlegen, traumhaft diese Aussicht.

Als wir wieder zurück in Anchorage Bay sind haben wir noch ein wenig Zeit bis uns das Water Taxi abholt und legen wir uns noch ein wenig unter einen Baum an den Strand und geniessen einfach das schöne Wetter.

Zurück in Marahau starten wir unsere Fahrt in Richtung Picton, von wo aus uns die Fähre auf die Nordinsel bringen wird. In nächsten grösseren Ort machen wir einen kurzen Halt bei der i-Site um die Fähre zu buchen. In der Zwischenzeit ist es bereits nach drei Uhr und eigentlich wollen wir bereits morgen fahren, sind somit ziemlich knapp dran. Es stehen uns noch Plätze um 8 Uhr Morgens oder 2 Uhr Nachmittags zur Verfügung. Damit wir den morgigen Tag schon in Wellington nutzen können entscheiden wir uns für die 8 Uhr Fähre, müssen also um 7 Uhr morgens früh bereits am Fährterminal sein. Somit kommt für diese Nacht auch nur ein Campingplatz in der Nähe des Fährterminals in Frage. Somit müssen wir heute noch nach Picton fahren, was gemäss Auskunft der netten Dame in der i-Site mit dem Campervan 3 ½ Stunden dauern soll. Nun ja, dann beissen wir für heute mal in den sauren Apfel und geben ein wenig Gas, damit wir dann dafür morgen mehr Zeit haben. Glücklicherweise sind wir ja geübte Bergfahrer und auch aus einem solchen Campervan lässt sich noch einiges herausholen und so schaffen wir die Strecke in knapp 2 ½ Stunden, sind aber dann doch ziemlich geschafft, als wir in Picton ankommen, jetzt nur noch essen und dann schnell ins Bett.

Nach knapp drei Wochen und 3’000 gefahrenen Kilometern verabschieden wir uns also morgen von der Südinsel. Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt, einige Orte haben uns ein wenig enttäuscht (Franz Josef Glacier, wahrscheinlich hätte es bei schönem Wetter auch anders ausgesehen), andere Orte haben uns überrascht (zum Beispiel die Scenic Route der Westküste entlang zwischen Greymouth und Westport). Uns haben die verschiedenen Landschaften und wie sie sich abgewechselt haben sehr beeindruckt. Nun hoffen wir, dass uns auf der Nordinsel noch ein wenig höhere Temperaturen erwarten und es ansonsten so weitergeht wie bisher.

6. April – Kayaktour im Abel Tasman Nationalpark

Heute müssen wir, für unser Verhältnis, sehr früh aufstehen, denn um 8.30 Uhr gehts los zur Kayaktour im Abel Tasman Nationalpark. Da wir noch nie vorher mit dem Kayak unterwegs waren haben wir erstmal nur eine Halbtagestour gebucht, wenns uns gefällt können wir immer noch an einem anderen Ort nochmals eine Tour machen, sollte noch genügend Gelegenheiten geben. Glücklicherweise ist der Startpunkt der Kayaktour direkt neben unserem Campingplatz in Marahu, wir haben also einen sehr kurzen Weg dahin. Das Wetter ist definitiv auf unserer Seite, es ist schön windstill und das Meer somit schön ruhig und der Himmel ist stahlblau. Zuerst bekommen wir von unserem heutigen Guide Ariel eine kurze Einführung, er erzählt uns, dass wir heute so zu sagen eine Privattour erhalten, da sich niemand anderes für diese Tour angemeldet hat. Man merkt, dass die Hauptsaison vorbei ist und die Touris langsam weniger werden, soll uns nur recht sein.

Nach der Einführung gehts dann direkt zum Strand, die Kayak werden mit einem Traktor dahingefahren. Bastian und ich paddeln/fahren im Zweierkayak und sind gespannt wie das funktionieren wird. Wir beschliessen, dass Bastian vorne sitzt und somit den Takt zum paddeln angibt, ich sitze hinten und bediene das Steuer. Und es funktioniert tatsächlich richtig gut. Wir fahren der Küste des Nationalparks entlang in Richtung Norden.

Die Küste besteht hauptsächlich aus Wald mit felsigen Klippen, immer wieder dazwischen gibt es wunderschöne kleine Buchten mit goldenen Sandstränden. Nach einer Weile gibts die erste Pause, an einem schönen verlassenen Strand macht Ariel Kaffee für uns und wir geniessen die Sonne.

Weiter gehts zu einer vorgelagerten kleinen Insel, bei welcher wir Seehunde beobachten können, jedes mal einfach wieder toll zu beobachten. Danach gehts leider schon zum Endpunkt unserer Tour, ebenfalls einem wunderschönen Sandstrand, der Observation Bay.

Dort können wir uns noch über eine Stunde an die Sonne legen, danach werden wir vom Water Taxi abgeholt und zusammen mit den Kayaks zurück nach Marahau gefahren. Den Nachmittag wollten wir eigentlich gemütlich in Marahau am Strand verbringen. Leider ist in der Zwischenzeit wieder Wind aufgezogen und so machen wirs uns windgeschützt vor dem Camper gemütlich.

5. April – Sonne, Meer und Strand

Nach den vielen Autostunden der letzten Tage möchten wir uns wiedermal ein wenig mehr Ruhe gönnen. Von Murchison aus fahren wir in Richtung Abel Tasman Nationalpark, ganz im Norden der Südinsel. Wir fahren durchs Motueka Valley und werden wieder einmal von der Landschaft überrascht, uns erwarten saftige grüne Wiesen, herbstlich verfärbte Laubbäume und viele Apfel, Beeren und Hopfenplantagen. In Motueka besuchen wir erstmal die örtliche i-Site (Infocenter), um uns nach Kayaktouren im Abel Tasman Nationalpark zu erkundigen. Wir buchen für morgen eine Tour von Marahau aus, nahe dem Tor zum Nationalpark, gleichzeitig buchen wir auch gerade einen Campingplatz für zwei Nächte, direkt neben dem Startpunkt der Kayaktour, so müssen wir früh morgens nicht noch irgend wo hinfahren (die Tour startet um 8.30 Uhr). Die Fahrt von Motueka nach Marahau ist fast noch ein wenig abenteuerlich, die eigentliche Strasse wurde vor einigen Wochen durch Fluten aufgrund des Zyklonen Gita weggespült und so müssen wir eine alternative Route fahren, welche ziemlich kurvig und eng ist. Beim Camping angekommen erkunden wir kurz die Umgebung, viel gibts hier nicht zu sehen, und machen uns dann auf den Weg, um uns endlich mal an den Strand zu legen.

Die Sonne scheint und es ist wunderbar warm, nur leider ist in der Zwischenzeit ein ziemlich starker Wind aufgezogen, was die Entspannung am Strand ein wenig ungemütlich macht, nach einer Stunde geben wir auf und setzen uns vor dem Camper an die Sonne.

Nach dem Znacht machen wir im Abendlicht noch einen kleinen Spaziergang Strand. Tolle Stimmung.

4. April – Überraschend sehenswerte Touristenattraktion

Heute ist das Wetter als wir aufstehen einigermassen freundlich und wir geniessen unser Frühstück ausnahmsweise mal draussen, wenn auch mit Jacke, die Kulisse hier ist einfach zu schön um den Kaffee im Camper zu trinken.

Nach dem Frühstück mit Aussicht machen wir uns auf dem Weg Richtung Westport und danach weg von der Küste in Richtung Nelson. Die Küstenstrasse zwischen Greymouth und Westport soll als eine der schönsten weltweit gelten und tatsächlich sind wir ziemlich beeindruckt von der wunderschönen Strecke, teilweise direkt am Meer, teilweise gefühlt mitten durch den Regenwald.

Wir finden es allgemein sehr spannend zu sehen, wie schnell sich die Vegetation hier verändert, einmal tiefer Regenwald, kurz darauf Nadelbäume oder beispielsweise in Wanaka richtig herbstliche, verfärbte Laubbäume. Auch die Landschaft hat immer wieder etwas Neues zu bieten, mal eine felsige Küste, dann wieder Sandstrand, mal kurvige Bergstrasse mit Blick auf Berge und kurz darauf wieder flache und gerade Strecken, langweilig wirds definitiv nicht.

Die erste Zwischenstation auf unserem Weg ist bereits kurz nach der Abfahrt bei den Pancake Rocks, wieder eine Touristenattraktion und unsere Erwartungen sind aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen mit solchen Orte (z.B. Moeraki Boulders) nicht übertrieben hoch. Die Pancake Rocks sind Steinformationen welche aussehen wie gestapelte Pfannkuchen. Dies alleine wäre ja hübsch anzusehen, aber noch nicht so speziell. Das tolle daran sind die Blowholes. Wasser drückt sich an zahlreichen Felsnase, in Höhen und Ausspühlungen und drückt zurückfliessendes Wasser und durchströmende Luft durch enge Rohren im Felsen, was oberhalb der Felsen als Blowholes sicht- und durch starkes Zischen in der Luft hörbar wird. Hier zeigt sich die Kraft der Tasmansee. Wir hätten noch ewig zuschauen können, können uns aber dann doch losreissen, bevor es beginnt zu regnen und fahren weiter.

Nächster Halt (neben einigen Fotostopps am Strassenrand) ist eine Seehundkolonie kurz vor Westport. Auch hier könnten wir wieder ewig zuschauen, wie die jungen Seehunde unbeholfen über die grossen Steine hüpfen.

Anschliessend gehts weiter, weg von der Küste, in Richtung Abel Tasman Nationalpark. Da die gesamte Strecke für heute zu weit ist, übernachten wir unterwegs auf einem Campingplatz in Murchison. Direkt am Fluss, damit Bastian wiedermal ein wenig fischen kann.

3. April – Und weiter gehts mit Regen

Was für eine laute Nacht, seit dem Abend hats immer wieder stark geregnet, zwischendurch noch kombiniert mit starken Gewittern. Unsere Sachen von gestern sind im Camper natürlich kein Stück getrocknet und die Fenster sind stark angelaufen. Trotzdem erkennen wir, dass es wenigstens ein klein wenig freundlicher scheint als noch in der Nacht. Ursprünglich hatten wir den Camping in Okarito ausgesucht um direkt am Morgen früh eine Bootstour durch die Lagune zu machen. Aber bereits gestern hatten wir erfahren, dass das Wetter keine Tour zulassen würde. Und so machen wir uns wenigstens noch kurz zu Fuss auf den Weg, die Gegend ein wenig zu erkunden, nachdem wir am Vorabend nach unserer Ankunft den Camper kaum mehr verlassen hatten. Und siehe da, wir haben da ein echt schönes Fleckchen Erde gefunden mit riesigem Strand und vielen verschiedenen Vögeln.

Auch Kiwis solls hier im Busch haben, haben wir aber leider nicht gesehen.

Trotzdem machen wir uns auf den Weg, weiter Richtung Norden. Immer wieder fahren wir im Regen, zwischendurch gibts aber auch immer wieder mal ziemlich sonnige Abschnitte. Unseren heutigen Mittagshalt machen wir in Hokitika, schon der Name des Ortes hat uns gefallen.

Am Strand geniessen wir unser Sandwich, dann gehts weiter zum heutigen Highlight (jedenfalls für mich), dem National Kiwi Centre in Hokitika. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir Kiwis in freier Natur zu sehen bekommen scheinen doch ziemlich klein zu sein, also wollen wir diese Chance nutzen, überhaupt echte Kiwis zu sehen. Das Center ist zwar ziemlich klein, uns reichen aber auch die zwei Kiwis, welch in einem abgedunkelten Terrarium zuhause sind und munter hin und her spurten. Sie sind viel grösser, als ich sie mir vorgestellt hatte und sehen irgendwie komisch aus, so ohne Flügel. Aber für mich hat sich der Besuch definitiv gelohnt.

Weiter gehts zum heutigen Campingplatz kurz nach Greymouth in Rapahoe. Diesmal haben wir wiedermal ein echtes Schmuckstück erwischt, direkt am Strand, die Aufteilung und Einrichtungen irgendwie sehr eigen, aber deshalb auch speziell. Leider wurde der Camping in den letzten zwei Monaten von zwei Zyklonen heimgesucht und ist deshalb ein wenig unordentlich, was uns aber kein Bisschen stört. Wir nutzen den schönen Strand für einen kleinen Spaziergang, danach tobt sich Bastian ordentlich mit der Drohne und er Kamera aus.

2. April – Im Regen der Westküste entlang

Als wir aufwachen hören wir bereits den Regen auf das Camperdach prasseln. Aber die Westküste ist bekannt für ihren Regenreichtum, die feuchte Luft kommt von der Tasmansee her zu den Südalpen und regnet sich dann dort aus. Kein wunder ist hier alles so grün und überall Regenwald. Wir lassen uns aber vom Wetter sowieso nicht beirren und fahren der Westküste entlang in Richtung Norden. Beim Fox Glacier machen wir einen kurzen Tankstop und erhalten hier sogar tatsächlich noch «Ad blue». Wir hatten das zwar bereits vor einigen Tagen in Invercargill auffüllen lassen, aber die Meldung war wurde immer noch angezeigt (von den anfänglich 2’400 km waren bereits nur noch 1’300 Rest-km übrig und die nächste grössere Stadt noch einige 100 km entfernt) und der Mitarbeiter der Assistance meinte, vielleicht sei der Tank nicht ganz gefüllt worden, wir solle nochmals nachfüllen, nun haben wir endlich die Gelegenheit, eine Tankstelle mit «Ad blue» und passendem Adapter für unseren Tank. Und tatsächlich, als wir den Tank bis zum Rand gefüllt haben verschwindet die Meldung endlich. Hätte man ja auch von Anfang an so haben können. Nun sind wir aber froh, uns nicht mehr darum kümmern zu müssen. Weiter gehts zum Franz Josef Glacier. Hier wollen wir einen Walk zum Fuss des Gletschers machen und vom Regen lassen wir uns sicher nicht aufhalten. Dick eingepackt machen wir uns auf den Weg, lange gehts nicht, bis wir, abgesehen vom Teil unter der Regenjacke, komplett nass sind.

Auch der Muskelkater von Roys Peak quält uns immer noch. Im Eiltempo spurten wir zum Gletscher, dank des Regens sieht man leider nicht wahnsinnig viel, immerhin erkennt man mit ein wenig Fantasie, dass hier ein Gletscher zu sehen ist.

Zurück gehts eben so schnell und beim Camper angekommen ziehen wir erstmals all die tropfnassen Kleider aus und ziehen uns trocken an, schon viel besser. In Franz Josef wollen wir eigentlich noch in ein Wildlife Center, in welchem unter anderem Kiwis zu sehen sind. Als wir die happigen Eintrittspreise sehen, sind wir dann allerdings nicht mehr so motiviert und beschliessen stattdessen, es uns in den warmen Pools des Glacier Hot Pools ein wenig gutgehen zu lassen. So packen wir die Badesachen ein (wie praktisch wenn man immer den ganzen Kleiderschrank mit sich herumfährt) und legen uns in die warmen Pools, ist zwar auch nass, wärmt aber wunderbar auf und tut auch dem Muskelkater gut. Es gibt drei Pools mit unterschiedlichen Temperaturen, welche wunderschön in den Regenwald hineingebaut sind.

Nach der Entspannung fahren wir weiter nach Okarito, einem kleinen Goldgräberstädchen mit nur sehr wenigen Einwohnern und einer ornithologisch sehr interessanten Lagune. Von dieser bekommen wir heute aber nicht mehr viel zu sehen, es regnet weiterhin und so machen wir uns einen gemütlichen Restnachmittag mit Kaffee, Tee und Chips und versuchen unsere Kleider trotz Regen irgendwie wieder trocken zu bekommen.

1. April – Über die Südalpen an die Westküste

Als wir am Morgen aufwachen schaffen wir es fast nicht aus dem Schlafsack zu kriechen. Einerseits ist es brutal kalt im Camper (wie wir später feststellen ist sogar die Zahnpasta fast eingefroren, wir sind eben doch in den Bergen), andererseits haben wir von unserer Wanderung gestern einen solchen Muskelkater, dass jede Bewegung der Beine schmerzt. Zum Glück darf ich, wie fast jeden Tag, einen Kaffee geniessen, bevor ich aufstehe. Bastian hat da weniger Glück, irgendjemand muss den Kaffee schliesslich kochen :-).

Bevor wir Wanaka verlassen besuchen wir noch den Wanaka Tree. Dabei handelt es sich um einen Baum, welcher im Wasser des Lake Wanaka steht und es aus irgendwelchen Gründen zu grosser Internetbekanntheit gebracht hat. Wenn wir schon daran vorbeifahren, lassen wir uns die Chance dann doch nicht entgehen und steigen aus. Fast sehenswerter als den Baum finden wir allerdings die vielen Touristen, welche sich am Ufer vor dem Baum tummeln und auf alle möglichen Arten Fotos von diesem grandiosen Baum machen. Einige Fotografen haben sich sogar mit Stativ sitzend am Ufer platziert und wir fragen uns, ob wir irgendwas verpasst haben und sind uns fast sicher, dass dieser Baum in wenigen Minuten damit beginnen muss zu tanzen oder zu singen, anders lässt sich das mit diesen Fotografen nicht erklären.

Nach diesem Touri-Erlebnis beim Wanaka Tree starten wir die heutige Fahrt. Die schöne Strecke führt zuerst entlang des Ufers des Lake Hawea und dann nochmals am Ufer des Lake Wanaka entlang. Das Wetter perfekt und wir geniessen die Fahrt und die schöne Aussicht deshalb sehr. Über den Haast Pass überqueren wir anschliessend die Südalpen, um zur Westküste zu gelangen, wobei wir uns unter Pass irgendwie etwas anderes vorgestellt hatten. Auf dem Pass machen wir einen kurzen halt, um einen kurzen Walk zu den Blue Pools zu machen. Hört sich ziemlich spektakulär an, und der 20 Minütige Weg dahin durch den Regenwald ist eigentlich auch ganz schön (nur der Muskelkater macht sich ziemlich stark bemerkbar).

Als wir bei den Blue Pools ankommen sind wir dann aber ein wenig enttäuscht, es handelt sich dabei um einen Fluss, welcher sich an einem Ort in einer Art Pool ein wenig sammelt.

Immerhin hatten wir so noch ein wenig Auslauf. Weiter gehts mit dem Camper den Haast Pass hinunter. Diese Strecke erinnert uns schon ein wenig mehr an einen Pass, wie wir ihn kennen. Die Strecke führt uns gefühlt mitten durch den Regenwald. Nach einer Kurve habe wir plötzlich, völlig unerwartet eine Ebene mit einem breiten Fluss vor uns und blicken auf einen riesigen Gebirgszug mit Gletscher oben drauf, wirklich sehr spektakulär. Kurze Zeit später machen wir einen Drohnenstop, um einige Aufnahmen des Haast River zu machen, es sieht sehr idyllisch aus hier. Als die Drohne in der Luft ist hören wir plötzlich einen riesigen krach und schon sehen wir Jet Boote um die Kurve schiessen, so viel zu Idylle, gehört aber wohl auch dazu. Ausserdem siehts auch noch ganz spassig aus. Kurze Zeit später erreichen wir auch schon die Westküste. An Haast vorbei gehts weiter der Westküste hinauf zu unserem nächsten Übernachtungort, unserem ersten okay2stay Platz. Schon von zuhause aus hatten wir eine einjährige Mitgliedschaft bei okay2stay gekauft. Die Idee dahinter ist, dass man sich als Mitglied mit dem Camper kostenlos auf das Land von Farmern oder ähnlichem stellen kann und dafür in ihrem Farmladen einkauft. Da wir sowieso gerne Neuseeländische Produkte ausprobieren, immer Freude daran haben solche Produkte direkt beim Produzenten zu kaufen und wir uns dadurch auch noch mehr Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung versprochen haben, war das eine super Gelegenheit für uns. Und so treffen wir nun bei unserem ersten okay2stay Host, einer Lachsfarm ein (was gibt es besseres für mich als Lachsliebhaberin?). Die Farm ist klein aber ganz hübsch gelegen, wir kaufen uns rohen und geräucherten Lachs und können sogar noch Lachse füttern.

Irgendwie hatten wir uns einen okay2stay-Aufenthalt ein wenig anders vorgestellt, wir dürfen uns auf den Parkplatz stellen und dort übernachten, aber richtig in Kontakt kommen wir hier mit niemandem, mal schauen wies beim nächsten Versuch läuft. Wir geniessen aber die Ruhe hier, ohne Handyempfang oder Internet. Während ich es mir mit meinem eBook Reader im Camper gemütlich mache nutzt Bastian den Bach vor dem Camper um noch ein wenig zu fischen (in den Pools der Lachsfarm ist fischen ausdrücklich verboten ;-)!). Den Lachs, den wir gekauft haben gibts am Abend aber direkt zum Znacht und er ist wahnsinnig gut, so gut dass wir uns vornehmen morgen vor der Weiterfahrt gleich nochmals ein Stück zu kaufen.

Frohe Ostern auf Neuseeländische Art, da Hasen hier eingeschleppt und deshalb nicht so beliebt sind, gibts als Alternative Osterkiwis:

In der Zwischenzeit hat Bastian einen kleinen Film unserer ersten Woche in Neuseeland zusammengeschnitten:

31. März – Roys Peak

Nachdem wir in den letzten Tagen eher kleiner Spaziergänge unternommen haben, wollen wir heute endlich unsere erste ein wenig grössere Wanderung unternehmen. Da wir gehört hatten, dass am Aussichtspunkt des Roys Peak jeweils ziemlich viel los sein soll, wollen wir am Morgen früh starten und stellen dafür ausnahmsweise sogar den Wecker. Nach einem kurzen Frühstück im Bett (ich hatte den Kaffee bitter nötig, um überhaupt wach zu werden). Als wir beim Parkplatz für den Track zum Roys Peak ankommen zieht gerade eine Regenwand an. Wir entscheiden uns spontan, doch zuerst einzukaufen und wiedermal in die Autowerkstatt zu fahren (wir kämpfen immer noch mit „Ad blue“, die Warnung war nach dem Auffüllen nicht verschwunden) und zu hoffen, dass das Wetter danach besser ist. Als wir alles erledigt haben fahren wir wieder zum Parkplatz und tatsächlich sieht das Wetter nun deutlich besser aus. Beim Start ist angeschrieben, dass die Wanderung 6 Stunden dauert, eigentlich nicht gerade das, was ich mir unter einem gemütlichen Einstieg vorstelle, aber da muss ich jetzt wohl durch. Die ersten Kilometer sind extrem steil und wir irgendwie weniger gut im Training als auch schon.

Natürlich beissen wir aber durch und geben ordentlich Gas, wir sind nicht die einzigen die ein wenig leiden und uns gehts immer noch deutlich besser als anderen, welche wir unterwegs überholen. Beim Aussichtspunkt angekommen (wir haben am Schluss festgestellt, dass es bis zum Roys Peak noch ein kleines Stück weitergegangen wäre, aber der Aussichtspunkt war, was wir uns vorgestellt hatten) gönnten wir uns erstmal einen Zmittag, die Aussicht über den Lake Wanaka von hier oben ist unglaublich.

Danach war Fotoshooting/Drohnenshooting angesagt. Tatsächlich muss man, je nach Zeitpunkt anstehen um Fotos beim Aussichtspunkt machen zu können. Wir legen uns also einen Plan zurecht um unsere Zeit vorne möglichst effizient nutzen zu können. Als wir an der Reihe sind, gehst dann ziemlich schnell, was gar nicht so einfach ist mit Drohne, zwei verschiedenen Kameras, GoPro und iPhones. Bastian hat kürzlich bei der Drohne die Funktion des „Dronies“ entdeckt (Drohne startet wie beim Selfie und fliegt dann, mit gleichem Fixpunkt immer weiter weg), unglaublich dämlich aber deshalb um so lustiger und der Aussichtspunkt natürlich der perfekte Ort dafür.

Danach gehts wieder runter, in die Richtung gehts deutlich leichter. Nun können wir auch die schöne Aussicht, welche man während der ganzen Strecke hat, deutlich besser geniessen als beim Weg hoch. Zum Schluss geht dann aber auch der Weg runter doch noch ordentlich in die Oberschenkelmuskeln. Zurück beim Camping ist dann nur noch relaxen angesagt.