1. April – Über die Südalpen an die Westküste

Als wir am Morgen aufwachen schaffen wir es fast nicht aus dem Schlafsack zu kriechen. Einerseits ist es brutal kalt im Camper (wie wir später feststellen ist sogar die Zahnpasta fast eingefroren, wir sind eben doch in den Bergen), andererseits haben wir von unserer Wanderung gestern einen solchen Muskelkater, dass jede Bewegung der Beine schmerzt. Zum Glück darf ich, wie fast jeden Tag, einen Kaffee geniessen, bevor ich aufstehe. Bastian hat da weniger Glück, irgendjemand muss den Kaffee schliesslich kochen :-).

Bevor wir Wanaka verlassen besuchen wir noch den Wanaka Tree. Dabei handelt es sich um einen Baum, welcher im Wasser des Lake Wanaka steht und es aus irgendwelchen Gründen zu grosser Internetbekanntheit gebracht hat. Wenn wir schon daran vorbeifahren, lassen wir uns die Chance dann doch nicht entgehen und steigen aus. Fast sehenswerter als den Baum finden wir allerdings die vielen Touristen, welche sich am Ufer vor dem Baum tummeln und auf alle möglichen Arten Fotos von diesem grandiosen Baum machen. Einige Fotografen haben sich sogar mit Stativ sitzend am Ufer platziert und wir fragen uns, ob wir irgendwas verpasst haben und sind uns fast sicher, dass dieser Baum in wenigen Minuten damit beginnen muss zu tanzen oder zu singen, anders lässt sich das mit diesen Fotografen nicht erklären.

Nach diesem Touri-Erlebnis beim Wanaka Tree starten wir die heutige Fahrt. Die schöne Strecke führt zuerst entlang des Ufers des Lake Hawea und dann nochmals am Ufer des Lake Wanaka entlang. Das Wetter perfekt und wir geniessen die Fahrt und die schöne Aussicht deshalb sehr. Über den Haast Pass überqueren wir anschliessend die Südalpen, um zur Westküste zu gelangen, wobei wir uns unter Pass irgendwie etwas anderes vorgestellt hatten. Auf dem Pass machen wir einen kurzen halt, um einen kurzen Walk zu den Blue Pools zu machen. Hört sich ziemlich spektakulär an, und der 20 Minütige Weg dahin durch den Regenwald ist eigentlich auch ganz schön (nur der Muskelkater macht sich ziemlich stark bemerkbar).

Als wir bei den Blue Pools ankommen sind wir dann aber ein wenig enttäuscht, es handelt sich dabei um einen Fluss, welcher sich an einem Ort in einer Art Pool ein wenig sammelt.

Immerhin hatten wir so noch ein wenig Auslauf. Weiter gehts mit dem Camper den Haast Pass hinunter. Diese Strecke erinnert uns schon ein wenig mehr an einen Pass, wie wir ihn kennen. Die Strecke führt uns gefühlt mitten durch den Regenwald. Nach einer Kurve habe wir plötzlich, völlig unerwartet eine Ebene mit einem breiten Fluss vor uns und blicken auf einen riesigen Gebirgszug mit Gletscher oben drauf, wirklich sehr spektakulär. Kurze Zeit später machen wir einen Drohnenstop, um einige Aufnahmen des Haast River zu machen, es sieht sehr idyllisch aus hier. Als die Drohne in der Luft ist hören wir plötzlich einen riesigen krach und schon sehen wir Jet Boote um die Kurve schiessen, so viel zu Idylle, gehört aber wohl auch dazu. Ausserdem siehts auch noch ganz spassig aus. Kurze Zeit später erreichen wir auch schon die Westküste. An Haast vorbei gehts weiter der Westküste hinauf zu unserem nächsten Übernachtungort, unserem ersten okay2stay Platz. Schon von zuhause aus hatten wir eine einjährige Mitgliedschaft bei okay2stay gekauft. Die Idee dahinter ist, dass man sich als Mitglied mit dem Camper kostenlos auf das Land von Farmern oder ähnlichem stellen kann und dafür in ihrem Farmladen einkauft. Da wir sowieso gerne Neuseeländische Produkte ausprobieren, immer Freude daran haben solche Produkte direkt beim Produzenten zu kaufen und wir uns dadurch auch noch mehr Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung versprochen haben, war das eine super Gelegenheit für uns. Und so treffen wir nun bei unserem ersten okay2stay Host, einer Lachsfarm ein (was gibt es besseres für mich als Lachsliebhaberin?). Die Farm ist klein aber ganz hübsch gelegen, wir kaufen uns rohen und geräucherten Lachs und können sogar noch Lachse füttern.

Irgendwie hatten wir uns einen okay2stay-Aufenthalt ein wenig anders vorgestellt, wir dürfen uns auf den Parkplatz stellen und dort übernachten, aber richtig in Kontakt kommen wir hier mit niemandem, mal schauen wies beim nächsten Versuch läuft. Wir geniessen aber die Ruhe hier, ohne Handyempfang oder Internet. Während ich es mir mit meinem eBook Reader im Camper gemütlich mache nutzt Bastian den Bach vor dem Camper um noch ein wenig zu fischen (in den Pools der Lachsfarm ist fischen ausdrücklich verboten ;-)!). Den Lachs, den wir gekauft haben gibts am Abend aber direkt zum Znacht und er ist wahnsinnig gut, so gut dass wir uns vornehmen morgen vor der Weiterfahrt gleich nochmals ein Stück zu kaufen.

Frohe Ostern auf Neuseeländische Art, da Hasen hier eingeschleppt und deshalb nicht so beliebt sind, gibts als Alternative Osterkiwis:

In der Zwischenzeit hat Bastian einen kleinen Film unserer ersten Woche in Neuseeland zusammengeschnitten:

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