2. April – Im Regen der Westküste entlang

Als wir aufwachen hören wir bereits den Regen auf das Camperdach prasseln. Aber die Westküste ist bekannt für ihren Regenreichtum, die feuchte Luft kommt von der Tasmansee her zu den Südalpen und regnet sich dann dort aus. Kein wunder ist hier alles so grün und überall Regenwald. Wir lassen uns aber vom Wetter sowieso nicht beirren und fahren der Westküste entlang in Richtung Norden. Beim Fox Glacier machen wir einen kurzen Tankstop und erhalten hier sogar tatsächlich noch „Ad blue“. Wir hatten das zwar bereits vor einigen Tagen in Invercargill auffüllen lassen, aber die Meldung war wurde immer noch angezeigt (von den anfänglich 2’400 km waren bereits nur noch 1’300 Rest-km übrig und die nächste grössere Stadt noch einige 100 km entfernt) und der Mitarbeiter der Assistance meinte, vielleicht sei der Tank nicht ganz gefüllt worden, wir solle nochmals nachfüllen, nun haben wir endlich die Gelegenheit, eine Tankstelle mit „Ad blue“ und passendem Adapter für unseren Tank. Und tatsächlich, als wir den Tank bis zum Rand gefüllt haben verschwindet die Meldung endlich. Hätte man ja auch von Anfang an so haben können. Nun sind wir aber froh, uns nicht mehr darum kümmern zu müssen. Weiter gehts zum Franz Josef Glacier. Hier wollen wir einen Walk zum Fuss des Gletschers machen und vom Regen lassen wir uns sicher nicht aufhalten. Dick eingepackt machen wir uns auf den Weg, lange gehts nicht, bis wir, abgesehen vom Teil unter der Regenjacke, komplett nass sind.

Auch der Muskelkater von Roys Peak quält uns immer noch. Im Eiltempo spurten wir zum Gletscher, dank des Regens sieht man leider nicht wahnsinnig viel, immerhin erkennt man mit ein wenig Fantasie, dass hier ein Gletscher zu sehen ist.

Zurück gehts eben so schnell und beim Camper angekommen ziehen wir erstmals all die tropfnassen Kleider aus und ziehen uns trocken an, schon viel besser. In Franz Josef wollen wir eigentlich noch in ein Wildlife Center, in welchem unter anderem Kiwis zu sehen sind. Als wir die happigen Eintrittspreise sehen, sind wir dann allerdings nicht mehr so motiviert und beschliessen stattdessen, es uns in den warmen Pools des Glacier Hot Pools ein wenig gutgehen zu lassen. So packen wir die Badesachen ein (wie praktisch wenn man immer den ganzen Kleiderschrank mit sich herumfährt) und legen uns in die warmen Pools, ist zwar auch nass, wärmt aber wunderbar auf und tut auch dem Muskelkater gut. Es gibt drei Pools mit unterschiedlichen Temperaturen, welche wunderschön in den Regenwald hineingebaut sind.

Nach der Entspannung fahren wir weiter nach Okarito, einem kleinen Goldgräberstädchen mit nur sehr wenigen Einwohnern und einer ornithologisch sehr interessanten Lagune. Von dieser bekommen wir heute aber nicht mehr viel zu sehen, es regnet weiterhin und so machen wir uns einen gemütlichen Restnachmittag mit Kaffee, Tee und Chips und versuchen unsere Kleider trotz Regen irgendwie wieder trocken zu bekommen.

Previous Post
Next Post