19. April – Segeltörn durch die Bay of Island

Heute müssen wir zum Glück nicht mehr ganz so früh aufstehen wie gestern. Unser Segeltrip heute startet erst um Viertel vor 10 beim Hafen in Paihia. Und so werde ich heute sogar wieder mit Pfannkuchen verwöhn, ein super Start in den Tag. Danach gehts zu Fuss gemütlich zum Hafen und wir sehen die Segelyacht «She’s a Lady», auf welcher wir den heutigen Tag verbringen werden. Wir sind einfach wahnsinnig gerne auf dem Wasser unterwegs und deshalb waren wir natürlich direkt begeistert, als die nette Mitarbeiterin der Rezeption des Campings uns diesen Segeltrip vorgeschlagen hat. Der Kapitän Dave ist als Segelyacht-Nomade aufgewachsen und lebt selbst seit 17 Jahren auf seinem Boot und bietet tagsüber jeweils Touren durch die Bay of Islands an.

Zuerst noch mit Motor und ohne Segel stechen wir in See, einfach herrlich so auf dem Deck des Segelschiffs zu liegen, aufs Meer hinaus zu schauen und sich die Meeresbrise um die Nase winden zu lassen. Nach einer Weile gibts schon das erste Highlight, wir sehen einen kleinen Zwergpinguin im Wasser schwimmen, auch wenn er so im Wasser schwimmend eher aussieht wie ein Kormoran und so gar nicht, wie wir uns das vorgestellt haben. Trotzdem echt süss anzuschauen. Kurz darauf erblicken wir schon den nächsten, dieser kommt sogar noch näher ans Boot heran.

Im nächsten Moment sehen Bastian und ich sogar einen Pinguin im Wasser direkt am Boot vorbeitauchen. Beeindruckend, wie der Pinguin wie ein Pfeil durchs Wasser schiesst, während er sich an Land ja nicht gerade elegant vorwärts bewegt. Nach vier Wochen Neuseeland haben wir nun also tatsächlich doch noch Pinguine aus der Nähe sehen dürfen, wir hatten schon gar nicht mehr damit gerechnet. Dank der Sonne ist es in der Zwischenzeit richtig warm geworden an Bord und so können wir sogar auf kurze Hosen umsteigen und doch mal noch ein wenig «Sünnala». Zum Zmittag gehts zu einem Strand der kleinen Insel Moturua.

Bevor uns Dave den Zmittag serviert haben wir aber noch ein wenig Zeit uns ein wenig an den Strand zu legen und die Bucht mit einem Kayak zu erkunden.

Für ein Bad im Meer ist es uns dann doch zu kalt. Nach dem Mittagessen gehts wieder zurück aufs Boot und nun wird gesegelt. Wir segeln gefühlt kreuz und quer durch die Bay of Islands. Man könnte sogar mithelfen beim Segeln, aber im Moment sind wir gerade viel zu beschäftigt damit zu geniessen. Gegen Abend sind wir dann wieder zurück im Hafen und gönnen uns für den Spaziergang zurück zum Camper noch ein Glace.

18. April – Red Snapper aufgepasst!

Als der Wecker heute um 5.30 Uhr klingelt fragen wir uns schon einen Moment, wieso wir uns das in den Ferien antun. Dann können wir uns dann aber doch aus dem Bett quälen. Um 6.45 Uhr müssen wir für unsere heutige Fishing-Tour beim Hafen in Paihia sein und somit liegen für uns noch 20 Minuten Fussweg dazwischen. Tatsächlich schaffen wir es dann um 6.20 Uhr los. Wir spazieren dem Strand entlang zum Hafen und eigentlich hat sich das frühe Aufstehen schon dafür fast gelohnt. Das Morgenlicht ist wunderschön und noch ist alles schön ruhig am Strand. Wir treffen pünktlich am Hafen ein und kurz danach gehts mit dem kleinen Fischerboot los.

Zuerst stoppen wir nach einiger Zeit, um noch einige kleine Köderfische zu fischen. Das geht ziemlich einfach, einmal den Haken ins Wasser lassen, wieder rausziehen und schon hängen Fischen dran.Danach gehts weiter, ein wenig aus der Bucht hinaus ins offenere Meer um unser heutiges Ziel, Red Snapper zu fischen. Diese sind normalerweise 1-2 Kilo schwer, können aber auch schon mal bis zu 10 oder sogar 15 Kilo schwer werden. Die See ist heute ziemlich rau und das Boot wird ordentlich hin und her geschaukelt, Bastian und mir macht das aber eigentlich noch recht Spass so. Leider sieht das unser Kapitän wohl anders und so fahren wir zu einem ruhigeren Gebiet, näher an die Bucht. Nachdem die ersten Fische zu klein sind, zieht die eine Tourteilnehmerin schon nach kurzer Zeit einen riesigen Red Snapper aus dem Wasser.

Es folgen noch weitere, ein wenig kleinere Exemplare und andere Fische, wie beispielsweise den Kahawai, welchen Bastian gefischt hat.

Ich war leider nicht ganz so erfolgreich, immerhin hatte ich beim ersten Halt einen Köderfisch gefangen, danach leider nur noch einen zu kleinen Red Snapper. Ich bin mir aber sicher, dass es für die allgemeine Stimmung deutlich weniger schlimm ist, wenn ich keinen Fisch gefangen habe, als wenn das bei Bastian der Fall gewesen wäre :-)! Auf der Rückfahrt werden die Fische bereits von «Deckie» Jack filetiert.

Nach fünf Stunden auf See machen wir uns mit ca. einem Kilo verschiedener Fischfilets auf den Weg zurück zum Camper. In der Zwischenzeit sind wir auch schon ziemlich hungrig und so gibts die erste Fischportion direkt zum Zmittag, Frischer geht kaum. Unter folgendem Link gibts noch die kurze Zusammenfassung des Fishingtrips als Video:

Nach dem anstrengenden Morgen lassen wir es am Nachmittag dann gemütlicher angehen und geniessen vor dem Camper erstmal noch ein wenig die Sonne. Danach machen wir nochmals einen Spaziergang ins Städtchen und holen uns dort ein Glace.

17. April – Nun gibts Ferien in den Ferien

Nachdem wir von der schönen Aussicht aus unserem Camper gestern Abend nichts mehr sehen konnten, bietet sich dafür heute beim aufwachen die umso schönere Aussicht. Die Sonne scheint und wir blicken direkt auf den Strand und aufs Meer hinaus (jedenfalls soweit es die dreckigen Fenster unseres Campers zulassen

Heute können wir unser Frühstück sogar draussen vor dem Camper essen. Nach dem Frühstück fahren wir die restliche Strecke nach Paihia. Nach dem vielen Programm in den letzten vier Wochen nehmen wir uns hier mal fünf Tage Zeit um ein wenig zu geniessen und ein paar Ausflüge zu machen, alles von hier aus, ohne mit dem Camper irgendwo hin zu fahren. Unser Campingplatz liegt ein wenig ausserhalb von Paihia, direkt an der Einmündung des Waitangi Rivers und gegenüber des Waitangi Treaty Grounds (wo der Vertrag von Waitangi zwischen der Britschen Krone und Häuptlingen verschiedener Maori Stämme unterschrieben wurde). Nach dem Mittagessen besuchen wir die Rezeption des Campings um für die nächsten Tagen einige Ausflüge zu buchen, alles was uns bis jetzt noch fehlt, wollen wir hier noch machen. Mit super Unterstützung der Mitarbeiterin des Campings buchen wir so eine Fishing-Tour, eine Segeltour, eine Delfin-Bebachtungstour (bei der man mit Glück auf mit Delfinen schwimmen kann) und ein traditionelles Maori-Nachtessen auf den Waitangi Treaty Grounds. Dann sind wir mal gespannt, was uns die nächsten Tage so erwartet. Nach diesem überaus erfolgreichen Besuch bei der Rezeption wollen wir uns nun noch das Städtchen ansehen, welches in 20 Minuten zu Fuss zu erreichen ist. Wir geniessen es nun einfach, hier viel Zeit zu haben. So schlendern wir ein wenig durch die Souvenirshops, trinken in einem schönen Lounge Cafe auf dem Wasser im Hafen einen Flat White und gönnen uns für den Rückweg noch ein Glace, heute lassen wir es uns richtig gut gehen.

So sieht auch das Programm für den Rest des Nachmittags und für den Abend aus, nur relaxen. Ausserdem wollen wir früh schlafen gehen, morgen müssen wir für die Fishing-Tour sehr früh aufstehen.

16. April – Coromandel Halbinsel und danach durch Auckland

Ursprünglich hatten wir geplant ein paar Tage auf der Coromandel Halbinsel, dem Naherholungsgebiet der Aucklander, zu verbringen. Wir wollten eine Fishingtour und Wanderungen machen. Allerdings haben wir dann festgestellt, dass hier nur Charter-Fischertouren angeboten werden, das heisst man geht nicht einfach mit einem Boot mit anderen Leuten mit, sondern mietet sich das Boot samt Crew für sich alleine, was dann entsprechend auch seinen Preis hat, welcher nicht ganz unserem Budget entspricht. Ausserdem sind für heute Gewitter angesagt, weshalb sowieso keine Touren stattfinden. Entsprechend ist unsere Stimmung zuerst ein wenig gedrückt, wir hatten uns einiges von der Coromandel Peninsula versprochen und nun hatten wir irgendwie bereits jetzt keine Lust mehr. Wir entschliessen uns noch den Walk zur Cathedral Cove zu machen und die Halbinsel dann bereits wieder zu verlassen. Von unserem Camping in Tairuna fahren wir ca. eine halbe Stunde bis nach Haihei, dem Ausgangspunkt des Walks. Mit einem Shuttle gehts vom Parkplatz zum Start des Walks, von wo aus man bereits die Cathedral Cove weiter unten am Meer sehen

Man kann sich gar nicht vorstellen, dass hier 40 Minuten Weg vor uns liegen sollen. Der Weg führt immer auf und ab durch einen schönen Wald, immer wieder gibts einen wunderschönen Ausblick aufs Meer und auf einzelne Buchten hinunter.

Als wir unten ankommen sind wir von der Cathedral Cove selbst ein wenig enttäuscht. Ist zwar ganz schön anzuschauen, aber schöne Fotos können wir davon wohl keine machen, weil ziemlich viele Leute im Bogen drin stehen und man somit mehr Leute als Bogen sieht. Trotzdem habe ich alles gegeben um ein Foto ohne Leute zu bekommen, dafür sieht man nur den halben Bogen.

Dafür ist der Strand ganz schön, wenn auch ebenfalls ziemlich voll. Dies ändert sich, als nach wenigen Minuten die ersten Regentropfen fallen. Plötzlich ist der Strand wie leergefegt und man kann immerhin davon schöne Fotos ohne andere Leute darauf machen, hat also durchaus auch so seine Vorteile so ein Regenschauer.

Wir verkriechen uns eine Weile unter einem Baum und machen uns (und vor allem unsere Rucksäcke und die Fotoausrüstung) Regenfest und warten, bis der Regen ein wenig nachlässt. Während des Wartens stellen wir fest, dass die Toilette hier wohl eine weitere Sehenswürdigkeit ist, nicht schlecht, die Aussicht, welche es hier vom stillen Örtchen aus gibt.

Leider sieht der Himmel auch nach einer Weile nicht so aus, als würde der Regen bald wieder aufhören (auch wenn unglaublich schnelle Wetterwechsel hier an der Tagesordnung sind). Deshalb machen wir uns im strömenden Regen auf den Rückweg. Bereits nach kurzer Zeit sind wir tropfnass. Und als wir wieder oben ankommen sind wir, abgesehen vom Oberkörper unter der Regenjacke, bis auf die Haut durchweicht. In den Schuhen haben sich richtige Pfützen gebildet. Trotz Regen ist unsere Stimmung aber ziemlich gut, denn trotz Regen ist es wenigstens nicht mehr so kalt wie zu Beginn unserer Nordinselzeit und wir frieren auch im T-Shirt nicht. Nachdem wir wieder trocken angezogen sind nehmen wir unsere heutige Strecke in Angriff. Eigentliches Ziel ist Paihia weiter nördlich an der Westküste. Da nun aber schon Mittag ist und bis Paihia einige Stunden Fahrt vor uns liegen wollen wir einfach so weit fahren wie wir mögen und den Rest dann morgen fahren. Nachdem wir die Coromandel Peninsula verlassen haben gehts weiter in Richtung Auckland. Je näher wir der Grossstadt kommen, um so dichter wird der Verkehr. Der Haupthighway nach Norden führt mitten durch Auckland. Dies hat zur Folge, dass wir hier zum ersten Mal auf unserer Reise, im Stau stehen. Allerdings haben wir ja keinen Stress und der Anblick der Stadt im Nachmittagslicht ist schon ziemlich beeindruckend. Wir sehen bereits den Skytower, den Hafen und die Aucklands Skyline. Bevor wir in 10 Tagen den Camper in Auckland abgeben und Neuseeland verlassen, werden wir vielleicht noch die Gelegenheit haben die Stadt auch noch näher zu erkunden. Am Abend erreichen wir dann unseren heutigen Camping in Ruakaka. Unser Stellplatz liegt wunderschön direkt am Strand, nützt heute aber nicht mehr viel, weils in der Zwischenzeit dunkel ist. Somit gibts nur noch Nachtessen und danach gehts ins Bett.

15. April – Hobbiton

Als wir heute aufwachen ist das Wetter, im Gegensatz zu gestern Abend, ziemlich Grau und verhangen. Allerdings ist es nun, auch bei solchem Wetter, wieder deutlich wärmer als die letzten Tage. Der Pullover reicht aus und somit ist es gefühlte 100 Schichten wärmer. Statt dem üblichen Müsli macht Bastian heute Morgen zum obligatorischen Kaffe (Cappuccino für mich, Espresso für Bastian, ja ich werde verwöhnt) mal Pfannkuchen mit Honig und Marmelade.

Vielleicht versucht Bastian mich so schon mal für unser heutiges Programm besänftigen zu können, welches doch eher auf ihn als auf mich zugeschnitten ist. Immerhin ist das doch schon mal ein super Start in den Tag. Nachdem wir den Camping verlassen haben machen wir erstmal noch kurz Halt bei einem der Surferstrände, die gesamte Bucht ist voll davon und es ist richtig spannend dabei zuzuschauen, wie sie auf die richtige Welle warten und anschliessend versuchen diese so lange wie möglich zu surfen.

Irgendwann können wir uns dann doch davon losreissen (Bastian wahrscheinlich des Programms, welches uns noch erwartet) und wir fahren von der Westküste in Richtung Ostküste. Wir haben für heute Mittag eine Tour am Hobbiton Filmset gebucht. Als wir beim Startpunkt der Tour ankommen, schlägts uns bereits fast wieder zurück vor lauter Touristen. Wie aber bereits auch schon an anderen Orten auf unserer Reise ist trotz des riesigen Touristenansturms alles extrem gut organisiert, uns wir ein Parkplatz zugewiesen und dann machen wir uns auf den Weg zum Ticket Center, da wir früher hier sind als erwartet werden wir sogar noch kurzfristig auf eine frühere Tour umgebucht. Schön organisiert (und fast „Tubalisicher“, was bei gewissen Touris gar nicht so unnötig ist) gibt es pro Abfahrzeit der Tour eine abgetrennte Schlange welche anschliessend in einen Bus verfrachtet wird. Auf der kurzen Busfahrt zum Set des „Auenlandes“ wird man mittels Videobotschaft von Regisseur Sir Peter Jackson begrüsst und erhält anschliessend noch einige kurze Infos über den Ort und die Dreharbeiten.

Dann gehts mit unserem Tourguide Kaleb durch das Auenland, immer wieder halten wir an, haben Zeit für Fotos und erhalten einige Zusatzinfos, beispielsweise dass einer der Bäume (oberhalb von Beutelsend) künstlich angefertigt wurde, in Taiwan 200‘000 Blätter dafür gemacht und dass Sir Peter Jackson dann vor dem Dreh die Farbe der Blätter nicht gefallen hat und alle einzeln anders angesprayt werden mussten. Auch das Set ist voller Besucher, was für die Fotos durchaus eine Herausforderung ist, soll ja aussehen als wären wir alleine da gewesen.

Wir sind beeindruckt davon, wie detailreich die einzelnen Häuser der Hobbits gefertigt sind, an jedes Detail wurde gedacht.

Und während unserer Tour zeigt sich sogar noch die Sonne, was die Hobbit-Häuser noch schöner aussehen lässt. In eines der Häuser können wir sogar kurz hineingehen und der Tourguide bietet allen an, noch ein Foto von ihnen vor der Türe zu machen. Er nimmt sich tatsächlich Zeit, mehrere Hoch- und Querformat Fotos aller Tourteilnehmer zu machen, man sieht aber, dass er das nicht zum ersten mal macht.

Am Ende der Tour gehts noch in den Grünen Drachen, wo wir, wieder sehr effizient ausgeschenkt, ein Bier erhalten.

Danach gehts mit dem Bus wieder zurück zum Besucherzentrum. Vor unserer Reise hatten wir ziemlich unterschiedliche Sachen über das Hobbiton Filmset gehört und gelesen, allerdings mehr negatives als positives. Dass der Besuch den Preis nicht wert sei (immerhin CHF 50 pro Person) oder dass es nicht viel zu sehen gäbe. Während Bastian alle Herr der Ringe und Hobbit Filme gesehen hat, habe ich mich immerhin vor über zehn Jahren (Bastian zu liebe) immerhin mal durch alle drei Herr der Ringe Filme gequält. Wir haben uns lange überlegt ob wir hingehen sollen, wurden dann aber von Bastians Mama dazu eingeladen, wenn wir dafür für sie ein Bier im Grünen Drachen trinken :-). Und wir sind uns einig, dass sich der Besuch definitiv gelohnt hat. Die Betreiber schaffen es, trotz Massenabfertigung (jeweils alle 10 Minuten hatte eine Tour gestartet), dass die Besucher so wenig wie möglich merken, dass es eine Massenabfertigung ist. Vielleicht lags auch an unserem super Tourguide, aber er hat uns mit Freude durch das Auenland geführt, und es hat sich keine Sekunde „heruntergespuhlt“ angehört, wie wir das an anderen Orten auch schon hatten, obwohl er die gleichen Geschichten bestimmt schon x-mal erzählt hat. Ausserdem hatten wir bei jedem Halt immer genügend Zeit Fotos zu machen, obwohl der Guide sicher immer unter Zeitdruck steht, die nächste Gruppe folgt ja bald. Auch beim Bierausschenken im Grünen Drachen ging alles extrem effizient. Und auch ich, ohne grossen Interesse an den Filmen, fand den Besuch echt schön und habe es ebenfalls genossen. Als wir wieder zurück beim Besucherzentrum sind sehen wir, das tatsächlich volle zwei Stunden vorbei sind, die sich definitiv nach viel weniger angefühlt haben.

Nach dieser super Erfahrung gehts nun weiter auf die Coromandel Peninsula. Die erste Nacht verbringen wir in Tairua an der Ostküste der Halbinsel. Da dies doch nochmals 2 ½ Stunden fahrt waren (welche natürlich ich gefahren bin, da ich im Grünen Drachen nur ein alkoholfreies Bier hatte), ist heute nur noch relaxen angesagt.

14. April – Glowworm Caves Waitomo und endlich wärmer

Ursprünglich hatten wir den heutigen Tag als Reserve eingeplant, falls das Wetter im Tongariro Nationalpark entgegen der Prognosen doch noch schneller besser werden sollte und der Tongariro Alpine Crossing doch noch möglich wäre. Doch gestern hatten wir die Hoffnung endgültig aufgegeben, gemäss dem Departement of Conservation ist die Wanderung nun nur noch mit Winterausrüstung möglich, im Nationalpark herrschen Minustemperaturen. Als Alternativprogramm besuchen wir nun die Glowworm Caves in Waitomo. Wir haben gleich die erste Tour um 9 Uhr Morgens gebucht, was aber auch wiedereinmal Wecker stellen bedeutet. Es dauert jeweils unglaublich lange, bis wir uns, nach dem Wecker, aus dem Bett gequält, Kaffee getrunken, das Bett verräumt und alles im Camper abfahrbereit gemacht haben. Aber heute schaffen wir es mal (nach dem wir den Wecker auf 6.30 Uhr gestellt haben) ohne Stress zum Startpunkt der Tour. Zuerst gehts zu Fuss in die Höhle, überall wachsen Stalagtiten und Stalagmiten, schön anzusehen. Bereits jetzt sieht man vereinzelt Glühwürmchen an der Decke. In einer tieferen Höhle, in welche man hineinsehen kann, werden durch ein Licht die Fangfäden der Glühwürmchen beleuchtet, welche überall von der Decke hängen, was ein ziemlich spektakuläres Bild abgibt. Weiter gehts dann in einem Boot in einen weiteren Teil der Höhle. Dort ists dunkler, da dieser Teil nicht beleuchtet ist und so kann man die unglaublich vielen Glühwürmchen an der Decke sehen, wie ein Sternenhimmel. Kurz darauf ist die Tour dann auch schon zu Ende. War nicht lange, hat sich aber unserer Ansicht nacht echt gelohnt. Beeindruckend waren auch Bilder beim Ausgang von früheren Touren, den in dieser Höhle werden bereits seit 1889 Touren angeboten. Fotos durften in der Höhle leider keine gemacht werden. Beim Eingang wurden wir vor einem Green Screen fotografiert und nun können wir im Souvenirshop beim Ausgang Fotos von uns vor der Glühwürmchenhöhle in verschiedenen Variationen oder (unser Highlight) neben Schafen vor einem Wasserfall, bewundern. Nun ja, nicht ganz unser Geschmack, schlecht gemacht und definitiv zu teuer. Und so bleibt uns nur ein Foto beim Ausgang der Höhle.

Nach der Höhlenbesichtigung gehts nun weiter zum nächsten Camping. Wieder erwartet uns nur eine kurze Strecke, heute sogar nur ein wenig mehr als eine Stunde und so sind wir bereits am Mittag beim Camping in Raglan, einem Surferort an der Westküste. Nach einem kurzen Zmittag im Camper gehen wir zu Fuss ins Städtchen. Dieses besteht aus vielen kleinen, sehr individuellen Läden und Cafes und einigen Surfershops. Das Flaire im Städtchen ist ganz speziell, nicht mit dem üblichen Touristenkram, alles mit viel Liebe zum Detail.

Bastian gönnt sich sogar noch einen Besuch im Barber Shop, um seinen Bart wiedermal in Form zu bringen. Nachdem es fast den ganzen Vormittag geregnet hatte oder zumindest sehr verhangen war, klart es nun auf und die Sonne drückt langsam durch die Wolken und endlich wirds auch wärmer. Zurück im Camper trennen wir uns deshalb von mehreren Kleiderschichten und machen kurzärmlig und in Flipflops (zumindest ich) einen sehr ausgedehnten Spaziergang am wunderschönen Strand.

Wir geniessen die Sonne und die Wärme und sind froh, uns nach den kalten letzten Tagen endlich wieder einmal richtig aufwärmen zu können.

Seit dem Start unserer Reise in Chur sind nun schon vier Wochen vergangen und wir sind damit bei der Hälfte unserer Reisezeit angelangt. Die Zeit ist wahnsinnig schnell vergangen, aber wenn wir zurückschauen, was wir in den letzten vier Wochen bereits alles erlebt haben, kommt doch einiges zusammen. Wir fühlen uns schon viel entspannter als am Anfang unser Reise, tut sehr gut mal etwas komplett anderes zu sehen. Und wir geniessen es sehr mit dem Camper unterwegs zu sein. Allerdings freuen wir uns auch darauf, wenn wir dann mal wieder ein richtiges Bett haben, welches wir nicht am jeden Abend vor dem Schlafen gehen erst beziehen müssen und wir freuen uns auf hoffentlich wärmere Temperaturen in Französisch Polynesien.

13. April – Von Taupo nach Waitomo

Als wir am Morgen aufwachen scheint tatsächlich wieder die Sonne, allerdings windet es unglaublich fest. Gestern hatten wir mal noch kurz überlegt heute eine Fishingtour auf dem Lake Taupo zu machen, allerdings haben wir dazu nicht gross Lust wenns so stark windet und so kalt ist. Zuerst müssen wir uns heute sowieso wiedermal um den Allgemeinzustand unseres Campervans kümmern. Unser Abwassertank leckt und wir haben deshalb von der Assistance für heute Morgen einen Termin bei einer Garage in Taupo erhalten. Die Garage hatte gestern angerufen und gesagt sie melden sich heute, sobald sie Zeit haben. Uns so vertreiben wir uns die Zeit bis dahin mit Einkaufen und der Suche nach einer Tankstelle, welche unsere Gasflasche nachfüllen kann. Bei der Campervermietung wurde uns gesagt, das Gas reiche für ca. 10 Tage (wir sind nun schon über 3 Wochen damit unterwegs ohne aufzufüllen) und wir sollen die Gasflasche einfach bei jedem Tankstopp auffüllen lassen. Blöd nur, dass die meisten Tankstellen nur Gasflaschen auswechseln und nicht Gasflaschen auffüllen. Und so fahren wir allein in Taupo vier Tankstellen an, bis wir eine finden, welche uns die Gasflasche auffüllt. Aber auch danach hat sich die Garage immer noch nicht bei uns gemeldet und so fragen wir erneut nach. Scheinbar haben wir sie genügend genervt, denn wir können direkt vorbeifahren. Und siehe da, nach nur einer Minute ist das Problem gelöst und wir können unsere heutige Strecke in Angriff nehmen. Uns erwartet nur eine ca. zweistündige Fahrt durch schöne grüne Hügel (Herr der Ringes Auenland kommt langsam näher) nach Waitomo Village, wo wir uns morgen die Glowworm Caves anschauen möchten. Schon kurz nach dem Mittag sind wir beim Camping. So nutzen wir die viele Zeit um das Village (bestehend aus zwei Cafes und einer i-Site) zu erkunden. Im einen der Cafes gönnen wir uns bei ausserordentlich gutem WIFI Tee/Kaffee und Kuchen und geniessen die Wärme eines richtigen Hauses.

Zurück im Camper heizen wir, mit neu gefüllter Gasflasche, ordentlich ein und hoffen, dass es bald wärmer wird.

12. April – Segeln auf dem Lake Taupo

Nach einer erneut sehr kalten Nacht wachen wir am Morgen auf und sehen durch einen kleinen Spalt zwischen den Vorhängen den strahlend blauen Himmel. Auch die Sonne zeigt sich schon. Um uns nach der Nacht aufzuwärmen gönnen wir uns bereits vor dem Kaffee ein Bad in den heissen Pools.

Danach geniessen wir den Kaffee vor dem Camper in der Sonne, zwar mit Jacke, aber immerhin. Wir lassen uns heute Zeit, denn eine weite Strecke haben wir nicht vor uns. Wir fahren nur ca. 45 Minuten bis zum Lake Taupo wo wir für den Nachmittag eine Segelschifffahrt gebucht haben. Wir sind schon früh am Hafen und mschen uns noch einen kurzen Zmittag. Das Wetter sieht leider in der Zwischenzeit nicht mehr so gut aus wie am Morgen, die Wolken sind aufgezogen und die Sonne ist nicht mehr zu sehen. Nach dem Mittag gehts dann auf Schiff, ein schönes 92 Jahre altes Segelschiff mit einer tollen Skipperin, die ziemlich gerne erzählt.

Wir haben uns zum Glück wiedermal richtig dick eingepackt, mehrere Schichten Merino, Daunenjacke und Softshelljacke. Trotzdem wirds bereits kurz nach dem Start frisch und wir ziehen auch noch die brutal schicken Wärmeponchos an, dies an Bord gibt. Als wir dann richtig zu segeln beginnen, gitbts richtig Action, das Wetter ist stürmisch, die Wellen gross und so schaukelts ordentlich und das Segelschiff liegt ordentlich schräg, da muss man sich auch mit sitzen festhalten, damit man nicht von Bord geht.

Wir segeln zu den Maori Rock Carvings und wieder zurück.

Der Rückweg ist deutlich ruhiger und wir segeln gemütlich vor uns hin. Danach suchen wir einen Campingplatz für heute und wählen einen aus, der direkt in Taupo, nicht weit vom Hafen entfernt liegt. Am Campingplatz angekommen versuchen wir uns ein wenig aufzuwärmen, auch mit so vielen Schichten ists im Camper noch kalt. Zwischendurch macht sich, abwechselnd bei Bastian und mir auch schon mal ein kleines Motivationstief wegen der kalten Temperaturen bemerkbar. Immerhin können wir uns gut gegenseitig aufbauen und der Wetterbericht für deutlich höhere Temperaturen in den nächsten Tagen hilft auch ein wenig mit.

11. April – Schwefelgeruch liegt in der Luft, dazu Maori-Klänge

Und wieder hats ziemlich geregnet in der Nacht und war deshalb nicht ganz so ruhig wie erhofft. Der Regen hat uns tatsächlich mehr gestört als die Strasse direkt neben unserem Campingplatz. Und wieder ists extrem kalt im Camper. Eigentlich hatten wir ja gehofft auf der Nordinsel ein wenig wärmere Temperaturen vorzufinden, war wohl nichts. Unser erstes Ziel heute ist nur ein paar Autominuten entfernt, Wai-o-Tapu Geothermals. Auf einem Rundweg können verschiedene Geothermale Pools und Seen angeschaut werden, immer begleitet von einem beissenden Schwefelgeruch. Zuerst sehen wir uns den Lady Knox Geysir an, welcher jeden Tag um 10.15 Uhr (durch Einwerfen von Seife!) zum Ausbruch gebracht wird.

Dick eingepackt gehts danach zum Rundweg. Mit gefühlt 100 Schichten haben wir nun wenigstens genug warm und in der Zwischenzeit hats sogar aufgehört zu regnen. Die verschiedenen Pools sind wirklich beeindruckend. Mit der Zeit hat man aber das Gefühl, dass sich alles ein wenig wiederholt.

Bis zum Schluss mit dem Champagne Pool und dem Devils Bath nochmals zwei farbliche Highlights auf uns warten.

Uns beeindruckt aber auch das Ganze an sich, und die Landschaft, bei welcher überall im Wald immer wieder Rauch aufsteigt, ein tolles Bild.

Nach diesem wohlriechenden Erlebnis gehts weiter nach Whakarewarewa, einem Maori Dorf, welches mit der Geothermie lebt.

Nach einer kurzen Maori Show (welche Bastian einen verträumten Blick zaubert, weil ihn die polynesischen Klänge gedanklich bereits nach Französisch Polynesien bringt), in welcher uns Einheimische eine Kostprobe ihrer Gesänge und ihres Haka (Kriegstanz) geben, gibt es eine Führung durch das Dorf.

Im Dorf leben Maori und führen ein normales Dorfleben. Allerdings nutzen sie zum Beispiel zum Kochen und Baden die Vorteile der Geothermie. Die Esswaren werden in einem Holzkasten im Boden „gesteamt“ oder im natürlich aufgeheizten Wassern eines der Poole gekocht, ohne dafür Energie verwenden zu müssen. Zum Baden wird Wasser in Badewannen im Boden umgeleitet und steht dort jederzeit warm dem ganzen Dorf zur Verfügung, wirklich spannend zu sehen.

Nach dieser kurzen Einführung in das Leben der Maori machen wir uns auf den Weg nach Waikite Valley, wo wir heute übernachten werden. Der Campingplatz ist ain ein Therme angegliedert und die Camper können die Thermal Pools kostenlos benützen. Genau das richtige bei diesem kalten Wetter heute.

Und so nutzen wir die Pools, um uns endlich ein wenig aufzuwärmen, so haben wir wenigstens für einen Moment nicht kalt. Eine Einheimische hat uns heute erzählt, dass in Rotorua gestern (bevor wir angekommen sind) noch schön warm war. Die aktuellen Temperaturen (um 10 Grad) sind absolut untypisch für die aktuelle Jahreszeit, sie geht allerdings davon aus, dass der vorbeiziehende Sturm die Tiefen Temperaturen mitgebracht hat und es danach wieder wärmer wird, wir hoffen das Beste.

10. April – Regentag in Richtung Norden

Bereits gestern Abend hat es begonnen zu regnen und dann auch die ganze Nacht nur noch selten aufgehört. Zwischendurch gabs auch mal noch ein Gewitter. Die Nacht also im Vergleich zu Wellington wieder ohne Verkehrslärm, dafür sonst laut. Aufstehen ist so dann auch wiedermal nicht sonderlich angenehm.

Nach einem Kaffee gehts dann aber trotzdem los. Und der erste Teil der Strecke hats ziemlich in sich. Eine Bergstrecke, welche nicht für „long Vehicles“ geeignet ist, natürlich lassen wir uns davon nicht beeindrucken und fahren weiter. Die Strasse wird immer enger und zwischendurch liegen auch schon mal halbe umgestürzte Bäume oder herabgestürzte Felsbrocken auf der Strasse und die Strasse verwandelt sich teilweise in einen Bach, weils immer noch ziemlich stark regnet und stürmt. Wir hoffen, dass trotz der Folgen des Sturms die gesamte Strecke befahrbar ist und wir nicht kurz vor dem Ende umdrehen müssen. Schlussendlich kommen wir zum Glück wohlbehalten auf der anderen Seite an, wäre ja langweilig gewesen, die ein wenig längere Strecke über den Highway zu fahren.

Wir fahren weiter nach Norden mit dem Ziel Tongariro National Park. Dort wollen wir morgen eine Wanderung, den Tongariro Alpine Crossing machen. Wir haben uns schon einen Campingplatz mit Shuttle zur Wanderung ausgesucht. Kurz davor haben wir mal wieder WIFI Empfang und prüfen das Wetter und hoffen, dass es für morgen besser aussieht als heute. Leider ganz im Gegenteil, für die Nacht ist sogar weit herunter Schnee angesagt, also keine Chance auf die Wanderung morgen. Obwohl es bereits halb vier ist, beschliessen wir spontan noch zwei weitere Stunden nach Rotorua weiterzufahren und in ein paar Tagen nochmals einen Versuch zu starten. Wir suchen uns am iPad einen geeigneten Campingplatz, machen einen Fahrerwechsel und fahren dann weiter. Die Fahrt ist auch weiterhin von Regen und Wind geprägt. Erst als wir zum Lake Taupo kommen wirds zwischendurch auch mal ein wenig klarer.

Eine weitere Stunde später sind wir dann bei unserer heutigen Übernachtungsmöglichkeit, einem Platz hinter einer Taverne. Nicht besonders schön, aber nahe an Wai-o-Tapu, unserem ersten Ziel morgen, gelegen. Da es sich hier um ein Geothermales gebiet handelt riecht alles ziemlich nach Schwefel und immer wieder sieht mans irgendwo aus dem Boden rauchen, sogar auf dem Parkplatz neben unserem Camper.