15. April – Hobbiton

Als wir heute aufwachen ist das Wetter, im Gegensatz zu gestern Abend, ziemlich Grau und verhangen. Allerdings ist es nun, auch bei solchem Wetter, wieder deutlich wärmer als die letzten Tage. Der Pullover reicht aus und somit ist es gefühlte 100 Schichten wärmer. Statt dem üblichen Müsli macht Bastian heute Morgen zum obligatorischen Kaffe (Cappuccino für mich, Espresso für Bastian, ja ich werde verwöhnt) mal Pfannkuchen mit Honig und Marmelade.

Vielleicht versucht Bastian mich so schon mal für unser heutiges Programm besänftigen zu können, welches doch eher auf ihn als auf mich zugeschnitten ist. Immerhin ist das doch schon mal ein super Start in den Tag. Nachdem wir den Camping verlassen haben machen wir erstmal noch kurz Halt bei einem der Surferstrände, die gesamte Bucht ist voll davon und es ist richtig spannend dabei zuzuschauen, wie sie auf die richtige Welle warten und anschliessend versuchen diese so lange wie möglich zu surfen.

Irgendwann können wir uns dann doch davon losreissen (Bastian wahrscheinlich des Programms, welches uns noch erwartet) und wir fahren von der Westküste in Richtung Ostküste. Wir haben für heute Mittag eine Tour am Hobbiton Filmset gebucht. Als wir beim Startpunkt der Tour ankommen, schlägts uns bereits fast wieder zurück vor lauter Touristen. Wie aber bereits auch schon an anderen Orten auf unserer Reise ist trotz des riesigen Touristenansturms alles extrem gut organisiert, uns wir ein Parkplatz zugewiesen und dann machen wir uns auf den Weg zum Ticket Center, da wir früher hier sind als erwartet werden wir sogar noch kurzfristig auf eine frühere Tour umgebucht. Schön organisiert (und fast „Tubalisicher“, was bei gewissen Touris gar nicht so unnötig ist) gibt es pro Abfahrzeit der Tour eine abgetrennte Schlange welche anschliessend in einen Bus verfrachtet wird. Auf der kurzen Busfahrt zum Set des „Auenlandes“ wird man mittels Videobotschaft von Regisseur Sir Peter Jackson begrüsst und erhält anschliessend noch einige kurze Infos über den Ort und die Dreharbeiten.

Dann gehts mit unserem Tourguide Kaleb durch das Auenland, immer wieder halten wir an, haben Zeit für Fotos und erhalten einige Zusatzinfos, beispielsweise dass einer der Bäume (oberhalb von Beutelsend) künstlich angefertigt wurde, in Taiwan 200‘000 Blätter dafür gemacht und dass Sir Peter Jackson dann vor dem Dreh die Farbe der Blätter nicht gefallen hat und alle einzeln anders angesprayt werden mussten. Auch das Set ist voller Besucher, was für die Fotos durchaus eine Herausforderung ist, soll ja aussehen als wären wir alleine da gewesen.

Wir sind beeindruckt davon, wie detailreich die einzelnen Häuser der Hobbits gefertigt sind, an jedes Detail wurde gedacht.

Und während unserer Tour zeigt sich sogar noch die Sonne, was die Hobbit-Häuser noch schöner aussehen lässt. In eines der Häuser können wir sogar kurz hineingehen und der Tourguide bietet allen an, noch ein Foto von ihnen vor der Türe zu machen. Er nimmt sich tatsächlich Zeit, mehrere Hoch- und Querformat Fotos aller Tourteilnehmer zu machen, man sieht aber, dass er das nicht zum ersten mal macht.

Am Ende der Tour gehts noch in den Grünen Drachen, wo wir, wieder sehr effizient ausgeschenkt, ein Bier erhalten.

Danach gehts mit dem Bus wieder zurück zum Besucherzentrum. Vor unserer Reise hatten wir ziemlich unterschiedliche Sachen über das Hobbiton Filmset gehört und gelesen, allerdings mehr negatives als positives. Dass der Besuch den Preis nicht wert sei (immerhin CHF 50 pro Person) oder dass es nicht viel zu sehen gäbe. Während Bastian alle Herr der Ringe und Hobbit Filme gesehen hat, habe ich mich immerhin vor über zehn Jahren (Bastian zu liebe) immerhin mal durch alle drei Herr der Ringe Filme gequält. Wir haben uns lange überlegt ob wir hingehen sollen, wurden dann aber von Bastians Mama dazu eingeladen, wenn wir dafür für sie ein Bier im Grünen Drachen trinken :-). Und wir sind uns einig, dass sich der Besuch definitiv gelohnt hat. Die Betreiber schaffen es, trotz Massenabfertigung (jeweils alle 10 Minuten hatte eine Tour gestartet), dass die Besucher so wenig wie möglich merken, dass es eine Massenabfertigung ist. Vielleicht lags auch an unserem super Tourguide, aber er hat uns mit Freude durch das Auenland geführt, und es hat sich keine Sekunde „heruntergespuhlt“ angehört, wie wir das an anderen Orten auch schon hatten, obwohl er die gleichen Geschichten bestimmt schon x-mal erzählt hat. Ausserdem hatten wir bei jedem Halt immer genügend Zeit Fotos zu machen, obwohl der Guide sicher immer unter Zeitdruck steht, die nächste Gruppe folgt ja bald. Auch beim Bierausschenken im Grünen Drachen ging alles extrem effizient. Und auch ich, ohne grossen Interesse an den Filmen, fand den Besuch echt schön und habe es ebenfalls genossen. Als wir wieder zurück beim Besucherzentrum sind sehen wir, das tatsächlich volle zwei Stunden vorbei sind, die sich definitiv nach viel weniger angefühlt haben.

Nach dieser super Erfahrung gehts nun weiter auf die Coromandel Peninsula. Die erste Nacht verbringen wir in Tairua an der Ostküste der Halbinsel. Da dies doch nochmals 2 ½ Stunden fahrt waren (welche natürlich ich gefahren bin, da ich im Grünen Drachen nur ein alkoholfreies Bier hatte), ist heute nur noch relaxen angesagt.

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