20. April – Delfintour und Maorikultur

Heute müssen wir wieder früher aufstehen. Um Acht Uhr startet unsere Delfintour. Immerhin werden wir heute direkt beim Camping abgeholt und müssen so nicht noch selbst zum Hafen gehen. Wir haben uns für eine Halbtagestour auf einem kleinen Boot entschieden, auf welchem auch die Möglichkeit besteht mit den Delfinen zu schwimmen. Dies allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen, welche vom DOC (Departement of Conservation) vorgegeben werden. So darf die Gruppe beispielsweise keine Babys dabei haben. Bereits rund eine halbe Stunde nach dem Start der Tour finden wir eine Gruppe grosser Tümmler, welche auch einen 5 Tage alten Babydelfin bei sich haben. Es ist unglaublich süss, wie dieser zwischen zwei erwachsenen Delfinen schwimmt und sich dabei noch ein wenig ungeschickt anstellt.

Wir können die Gruppe ziemlich lange und ziemlich nahe beobachten, bevor aufgrund eines Zeitlimits, welches ebenfalls das DOC vorschreibt, weiterziehen müssen. Nun gehts weiter mit einer Rundtour durch die Bay of Islands, bei welcher wir spezielle Steinformationen (Black Rocks) oder auch Wildlife-Hotspots (Bird Rock) besichtigen.

Wir haben sogar genügend Zeit durch das Hole in the Rock, einem Loch in einem Felsen, zu fahren.

Unterwegs sehen wir die Rückenflosse eines Hammerhais, Seehunde und wie schon gestern Zwergpinguine. Als wir uns auf die Rückfahrt machen sehen wir sogar noch eine Gruppe der kleinere gemeinen Delfinen. Ich hatte eigentlich gehofft, vielleicht noch einen Orca zu sehen, die solls hier in der aktuellen Jahreszeit auch haben. Leider waren wir dabei nicht erfolgreich. Auch das Delfinschwimmen konnte leider aufgrund des Babydelfins nicht durchgeführt werden. Aber wir sind rundum zufrieden mit dem Ausflug, vorallem der Babydelfin war ein ganz spezielles Erlebnis. Eine kleine Videozusammenfassung der Tour gibts unter folgendem Link:

Zurück im Camper gönnen wir uns noch ein wenig Ruhe, bevor wir zum nächsten Programmpunkt aufbrechen. Wir haben uns für heute Abend zum Hangi and Concert (Typischer Maoriznacht mit Show) auf den Waitangi Treaty Grounds angemeldet. Vorher wollen wir noch eine Führung machen und uns die mehrmals täglich stattfindende Maorishow ansehen. Die Waitangi Treaty Grounds sind glücklicherweise nur 10 Minuten Fussweg von unserem Campingplatz entfernt und so machen wir uns um kurz vor 3 auf den Weg um die Show um 3 Uhr sehen zu können. Die Show findet im wunderschön verzierten Meetinghouse statt.

Es werden verschiedene Tänze und Spiele aufgeführt, ähnlich wie bereits bei der Show welche wir im Maoridorf Whakarwarawa gesehen hatten. Irgendwie hatte uns die Show dort aber mehr beeindruckt.

Nach der Show startet auch schon bald die Führung über die Treaty Grounds.

Wir erfahren, dass hier die Friedensvereinbarung zwischen den Maori und den Briten unterschrieben wurde, mit welcher Neuseeland unter Britische Flagge gestellt wurde. Die Vereinbarung wurde damals von über 40 Maorihäuptlingen unterschrieben, aus Angst vor den nahenden Franzosen, mit welchen man in früherer Zeit schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Die Maori hofften durch die Briten vor den Franzosen beschützt zu werden. Allerdings gab es in der Übersetzung des Vertrags auf Maori einen Fehler, die Maori gingen davon aus, dass sie ihr Land behalten würden, während sie in der Englischen Version ihre Souveränität der britischen Krone übergaben. Nach der Tour haben wir noch Zeit das Museum zu besichtigen, in welchem die Geschichte der Maori, insbesondere seit der Unterzeichnung der Friedensvereinbarung, nochmals detailliert aufzeigt. Um 6 Uhr startet dann das Abendprogramm, als wir hören wie das abläuft sind wir uns einig, dass wir definitiv vorher noch etwas hätten essen sollen, wir sind bereits jetzt hungrig, bis zum Nachtessen dauerts aber wohl noch eine ganze Weile. Zuerst werden in unserer Gruppe drei Chiefs ausgewählt, welche dann dem Maorichief bei der Show zeigen sollen, dass wir in friedlicher Absicht zu Besuch kommen. Während ein Herr aus Korea nicht ganz freiwillig dazu ausgewählt wird und ein wenig überfordert scheint, meldet sich ein älterer Herr aus Kanada in einer ziemlich ausführlichen Rede für sich und seinen Schwiegersohn (welcher sich wohl in diesem Moment ein Loch im Boden gewünscht hätte, in welches er hätte verschwinden können) als zweiter und dritter Chief. Nach der Wahl der Chiefs sehen wir uns an, wie unser heutiges Nachtessen zubereitet wird. Traditionell kochen die Maori ihr Essen in einem Hangi (Erdofen), einem Loch im Boden. Dort werden alle Bestandteile des Essens (Fleisch, Fisch, Beilagen, Gemüse) in einzelne Körbe verpackt, vergraben und danach für mehrere Stunden so gegart. Die moderne Varianten, in welcher auch unser Essen für heute gekocht wird, wird mit Gas betrieben und muss nicht so lange vorgeheizt werden. Aber auch dieser Hangi befindet sich im Boden. Unser Hangi-Koch erklärt uns, wie sie Speisen zubereitet werden und öffnet danach den Hangi für uns, um bereits einen Blick auf das heutige Menü zu erhaschen.

Ziemlich gemein, weil unser Magen in der Zwischenzeit ziemlich durchhängt und wir noch einige Zeit vor uns haben, bevor wir verköstigt werden. Anschliessend machen wir uns im eindunkeln auf den Weg zum Meetinghouse, in welchem wie bereits heute Nachmittag, die Show stattfinden wird. Als wir zur Wiese vor dem Meetinghouse hinaufkommen, sehen wir dort bereits einen Maori, welcher uns erwartet.

In einer ziemlich beeindruckenden Show probiert er (mit laufenden Kampfbewegungen und abschreckenden Lauten) herauszufinden, ob wir mit friedlichen Absichten in sein Haus kommen wollen. Nachdem unsere drei gewählten Chiefs dem Maori die Ehre erwiesen haben, läd er uns zu seiner Familie in sein Haus ein. Dort werden uns, ein wenig ausführlicher als am Nachmittag, verschiedene Tänze, Lieder und Spiele präsentiert. Und nun gehts endlich zum lange erhofften Essen. Es wird eine ziemlich grosse Auswahl an verschiedenen Fleischsorten, Gemüsen uns Beilagen geboten, inklusive anschliessendem Dessert.

Das Essen ist speziell, aber wirklich gut, wenn auch für unseren Geschmack ein wenig fad. Aber es ist doch mal wieder eine Abwechslung zum einfachen Essen, welches wir jeweils im Camper bzw. in der Campingküche zubereiten. Bastian schlägt ordentlich zu und isst, bis das Buffet abgeräumt wird. Man könnte fast das Gefühl bekommen, dass er seit mindestens einer Woche nichts mehr zu essen erhalten hat. Da wir doch ziemlich viel Programm hatten heute gehts nach dem Nachtessen und einem kleine Verdauungsspaziergang zurück zum Camper direkt ins Bett, wir sind ziemlich geschafft.

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